Mit Regierungspräsident Wicker durchs Ried geradelt
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Regierungspräsident Wicker bei seiner Ansprache am SHB-Naturschutzzentrum.
Am 14. September 2003 stellten die ehemalige Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege beim Regierungspräsidium Tübingen (BNL) und die Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried zusammen mit der Schwäbischen Zeitung die Einzigartigkeit und die ökologischen Besonderheiten des Rieds vor und erläuterten einige der geplanten Renaturierungsmaßnahmen. Prominenter Mitradler war Regierungspräsident Hubert Wicker.
In seiner Ansprache beim Grenzsteinmuseum in Burgweiler begrüßte der Regierungspräsident die Repräsentanten der umliegenden Gemeinden und Landkreise, die Vertreter der Stiftung und vor allem die zahlreichen Leser der Schwäbischen Zeitung. Wicker betonte die Bedeutung von Naturschutzgebieten in einer von zahlreichen Flächenansprüchen geprägten Landschaft:
Den Reichtum unserer Natur zu bewahren ist ein wichtiges Anliegen des Landes Baden-Württemberg und eine bedeutende Aufgabe des Regierungspräsidiums und der Bezirksstelle für Naturschutz. Naturschutzgebieten wie dem Pfrunger-Burgweiler-Ried kommt dabei für den Schutz der für die Region charakteristischen Landschaften und ihrer natürlichen Ökosysteme eine Schlüsselrolle zu.
Wicker freute sich besonders, dass es gelungen sei, in der Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried als Träger des Großprojektes, die beiden betroffenen Landkreise Sigmaringen und Ravensburg, die Anliegergemeinden Ostrach, Königseggwald, Riedhausen und Wilhelmsdorf und den Schwäbischen Heimatbund als privaten Naturschutzverband zusammenzuspannen. Dadurch sei die Kontinuität der Anstrengungen über die auf zehn Jahre angelegte Projektdauer gesichert. Den bereits bestehenden Naturschutzgebieten im Ried und den im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes geplanten Gebiete kämen aber auch andere wichtige gesellschaftliche Aufgaben zu, betonte Wicker:
Naturschutzgebiete kann man geradezu als Dienstleistungszentren beschreiben, die weit mehr als nur Natur bieten. Sie ermöglichen faszinierende Naturerlebnisse, sie dienen der Erholung und der Bildung unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen. Eine reiche und vielfältige Natur ist aber auch ein ökonomisches Standbein für verschiedene Wirtschaftszweige, und als so genannter weicher Standortfaktor ein wichtiger Imageträger und Werbebotschafter der Region.
Führung durch das Ried
Regierungspräsident Hubert Wicker und der BNL-Leiter Dr. Volker Kracht
Nach einigen einführenden Erläuterungen zur Entstehung des Riedes und seiner Nutzung durch den Menschen durch Dr. Volker Kracht, den Leiter der BNL, führte sein Stellvertreter, Dr. Burkhard Schall die rund 60 Teilnehmer zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten im Ried und erläuterte die geplanten Maßnahmen. Nach einer Neuordnung der Besitzverhältnisse, die durch Flächenankauf und Flächentausch unterstützt wird, sollen wichtige Bereiche wieder vernässt werden um die gestörten Moorflächen wieder zu regenerieren. Neben verschiedenen Maßnahmen zur Besucherlenkung und einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit soll auch die Zusammenarbeit mit den im Ried tätigen Landwirten intensiviert werden, etwa durch die Fortführung der Landschaftspflege.
Es ging dann über die Ostrach zur Laubacher Mühle zum ehemaligen Standort des Torfwerks an der Straße zwischen Riedhausen und Pfrungen. Hier konnte man schon sehr gut die ersten Erfolge der Renaturierungsmaßnahmen auf dem ehemaligen Industriegelände erkennen, sprangen doch zahlreiche Frösche erschreckt in die mittlerweile gut eingewachsenen Tümpel, als der Tross die Stelle erreichte. Vorbei am Lindenhof machten die Radler dann kurz Station am Riedlehrpfad, um am Ende der Tour im Naturschutzzentrum des Schwäbischen Heimatbundes in Wilhelmsdorf mit Apfelsaft und einem kleinen Imbiss empfangen zu werden.
Dr. Hans Gerstlauer, Bürgermeister von Wilhelmsdorf und Zweiter Vorstand der Stiftung, begrüßte die Anwesenden und betonte die Bedeutung des Naturschutzgroßprojektes für die Entwicklung von Wilhelmsdorf:
Die bestehenden Naturschutzgebiete und ihre im Rahmen des Projektes geplante Vergrößerung bieten für Wilhelmsdorf und seine Nachbargemeinden die Chance, diesen Aktivposten als Standortfaktor für Wohnen, Arbeiten und Erholung noch stärker hervorzuheben.
Martin Blümcke, damaliger Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes e.V. und Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates, schloss sich den Grüßen an, und verwies auf die Jahrzehnte lange Verbundenheit des 6.000 Mitglieder starken Vereins mit dem Ried.
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- aktualisiert am 11.11.2006 14:58:09
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