Besucherlenkungskonzept: Jeder kommt zu seinem Recht
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Im Rahmen des Pflege und Entwicklungsplans wurde ein Konzept zur Besucherlenkung erarbeitet, mit dessen Hilfe die in der Einführung genannten Störungen minimiert werden können - insbesondere durch ein mit allen Beteiligten abgestimmtes Wegekonzept .
Tritt- und störungsempfindliche Bereiche
Das Besucherlenkungskonzept orientiert sich an aktuellen Konflikten sowie an der aktuellen und vor allem potentiellen Empfindlichkeit von Teilgebieten des Projektgebietes. Hierbei ist an die besondere Empfindlichkeit der Vegetation und der organischen Böden gegenüber Tritt sowie die Störungsanfälligkeit brütender und auf dem Zug rastender Vogelarten gegenüber optischen Reizen zu denken ( Karte in großer Darstellung ).
Wie nachfolgend ausgeführt, ist das Hauptziel daher eine möglichst vollständige Gebietsberuhigung der zentralen Regenerationszone, damit die natürlichen ökologischen Prozesse ungestört ablaufen können. Für die Moorstabilisierungszone und die Extensivierungszone wurden Vorschläge erarbeitet, wie das Besucherverhalten durch ein umfangreiches Wegekonzept sowie durch neu zu schaffende naturverträgliche Nutzungsangebote positiv beeinflusst werden kann. In diesen beiden Zonen kann der Besucherverkehr weiterhin möglich sein. (Zur Abgrenzung dieser drei Bereiche siehe die Zonierung .)
Wegekonzept / Naturerleben
Die Maßnahmenvorschläge zur Gebietsberuhigung haben zum Ziel, den Besucherverkehr von besonders empfindlichen und störungsanfälligen Bereichen fernzuhalten, ohne dass dies zu Einbußen in der Erlebbarkeit des Gebietes führt.
Natur-Ruhezone im zentralen Bereich
Die Moorregenerationszone als zentraler Bereich des Projektkerngebietes, - vor allem die Hochmoorschilde als besonders empfindliche Bereiche - soll als Natur-Ruhezone und damit als Totalreservat ausgewiesen werden. Hierzu gehören die Teilgebiete Großer Trauben, Tisch, Großer Trauben-Torfstiche, Teilflächen des Teilgebietes Eulenbruck-Süd mit Überwachsenem See sowie das Hangquellmoor Laubbachmühle. Diese Gebiete könnten von der Öffentlichkeit allenfalls sehr selten und nur unter fachlicher Führung des SHB-Naturschutzzentrums betreten werden.
Die Stabilisierungszone und die Extensivierungszone sind über Riedlehrpfade und Wanderwege zugänglich.
Ein differenziertes Wegekonzept wurde hierzu ausgearbeitet. Es umfasst insbesondere:
- die Auflösung wilder Fußpfade,
- die Sperrung von Wegen generell oder speziell für den motorisierten Verkehr, insbesondere in den zentralen Bereich Tisch und Schnödenwiesen,
- Neuanlage von Wanderparkplätzen am jeweiligen Beginn gesperrter Strecken, um das Gebiet für Naturbeobachter und Erholungssuchende dennoch zugänglich zu machen,
- die Auflassung der Unterhaltung von Wegen,
- die Herausnahme aus amtlichen Kartenwerken,
- die Neuregelung der Führung von Wander- und Radwegen, etwa durch Umleitung, verbunden mit flankierenden Maßnahmen, wie Hecken oder Mulden.
Eine genaue Aufschlüsselung des Wegekonzepts ist in Kapitel 8 des Pflege- und Entwicklungsplans enthalten und kann im PDF-Format heruntergeladen werden (425 kb) .
Ostrachbrücke bei Ostrach-Laubbach
Die Akzeptanz von Maßnahmen im Rahmen des Großprojektes kann beispielsweise durch den Neubau eines Wirtschaftsweges mit Brücke über die Ostrach in Höhe Laubbach für den landwirtschaftlichen sowie den Besucherverkehr hergestellt werden, welcher die Sperrung eines landwirtschaftlichen Weges durch das Projektkerngebiet kompensiert.
Die Gesamtmaßnahme ist so geplant, dass außer dem Brückenbauwerk und zwei kurzen befestigten Wegstücken keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Die Brücke bedarf einer besonders soliden Gründung, da der Untergrund moorigen Charakter aufweist und die Brücke von schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren wird.
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- aktualisiert am 11.11.2006 15:05:04
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