Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Zonierung FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Nach Abschluss der Planungsphase im Sommer 2005 wird der Grunderwerb nach den gesetzten Prioritäten fortgesetzt. Mit den umfangreichen Maßnahmen soll dort begonnen werden, wo bereits große, zusammenhängende Flächen zur Verfügung stehen (z.T. nach einer Flurneuordnung) und keine privaten Rechte betroffen sind.

Die wichtigsten Funktionen der Moore im Landschaftshaushalt überlagern sich und sind voneinander abhängig. Die verschiedenen Funktionen bei den einzelnen Moortypen können unterschiedlich zum Tragen kommen.

Die Moore des Pfrunger-Burgweiler Rieds können ihre oben genannte Funktionen aufgrund der nahezu 200-jährigen intensiven Eingriffe in den Naturhaushalt des Rieds nur noch eingeschränkt erfüllen. Das Leitbild für ihre zukünftige Entwicklung muss somit die weitgehende Wiederherstellung ihrer nachhaltigen Funktionsfähigkeit zum Ziel haben.

Da die Nutzungsfunktion des Pfrunger-Burgweiler auch weiterhin für die Bewohner des Rieds und seines Umfelds einen bedeutenden Stellenwert behalten werden, ist eine räumliche Differenzierung des Leitbildes erforderlich.

Daher wurden hierfür vier Entwicklungszonen mit von außen (kulturgeprägtes Moor) nach innen (naturnahes Moor) abnehmendem menschlichem Einfluss flächenhaft abgegrenzt - drei Zonen im Projektkerngebiet und eine im Übrigen Projektgebiet:

Übersicht über die Entwicklungszonen
Zone Leitbild Zielgrundwasserstand im Sommer (cm und Flur) Torfkörper Zielnutzung
Projektkerngebiet
Regenerationszone Naturnahes Moor über Flur bis 10 Torfwachstum (Torferhalt) keine (ungelenkte Sukzession)
Stabilisierungszone Bedingt naturnahes Moor 20 Torferhalt (Torfwachstum) Pflege im weitesten Sinne
Extensivierungszone Kulturbetontes Moor 40 Starke Torfschonung Extensive Landwirtschaft / naturnahe Waldwirtschaft
Übriges Projektgebiet
Bewirtschaftungszone Kulturgeprägtes Moor 60 Schwache Torfschonung Angepasste Land- und Forstwirtschaft

Regenerationszone (624 Hektar = 43% des Projektkerngebiets)

Sie umfasst überwiegend Moorökosysteme mit selbstregulierenden Lebensgemeinschaften (überwiegend sehr nasse Hochmoore, Hangquellmoore, Hangmoore und Verlandungsmoore). Der Wasser- und Nährstoffhaushalt sollte naturnah wiederhergestellt werden, so dass Torfwachstum möglich ist. In der Regenerationszone findet keine land- oder forstwirtschaftliche Nutzung statt (ungelenkte Sukzession nach Durchführung ersteinrichtender Maßnahmen). Aufgrund der teilweise langwierigen Regenerationsprozesse kann es jedoch erforderlich sein, noch längere Zeit gelegentlich pflegend einzugreifen.

Die Regenerationszone ist weitgehend von Besucherverkehr freizuhalten und erstreckt sich vorwiegend auf die noch verbliebenen Hochmoorschilde.

Stabilisierungszone (472 Hektar = 32%):

Sie umfasst Moorökosysteme mit selbstregulierenden (Groß- und Kleinseggenriede, Bruchwald) als auch schwach kulturgeprägten Lebensgemeinschaften (möglichst sehr großflächig und extensiv beweidetes Überschwemmungs- / Verrieselungsgrünland / Feuchtgrünland). Der Wasser- und Nährstoffhaushalt sollte so wiederhergestellt werden, dass der bestehende Torfkörper möglichst erhalten, in Teilbereichen auch wieder wachsen kann.

In dieser Zone kann je nach dem spezifischen Leitbild von Teilgebieten (vorwiegend randlich) auch Besucherverkehr (Naturerleben, Information) erfolgen.

Extensivierungszone (357 Hektar = 25%):

Sie umfasst Moorökosysteme mit vorwiegend kulturbetonten Lebensgemeinschaften (landwirtschaftlich extensiv genutztes Grünland). Der Wasserhaushalt sollte so optimiert werden, dass eine starke Schonung des bestehenden Torfkörpers gewährleistet wird. Die Extensivierungszone nimmt die randlichen Bereiche des Projektkerngebietes sowie die Waldgebiete auf Mineralboden (Hornung) ein. Letztere sollten in Form der naturnahen Waldwirtschaft genutzt werden. Besucherverkehr und Besucherinformation sind unter Beachtung der Nachhaltigkeit möglich.

Bewirtschaftungszone (1.392 Hektar):

Im Übrigen Projektgebiet befinden sich kulturgeprägte Lebensgemeinschaften. Der Wasserhaushalt sollte so optimiert werden, dass eine zumindest schwache Schonung des Torfkörpers und damit eine langfristige Nutzbarkeit erreicht wird. In dieser Zone soll sich die naturnahe Erholung konzentrieren.