Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

Kompass

Suche

Sie sind hier: Leitbild und Ziel / Teilgebiete

Die hydrologischen Teilgebiete in der Übersicht FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Die Formulierung von Leitbildern erfolgt getrennt für die 17 wichtigsten hydrologischen Teilgebiete des Projektkerngebietes. Deren Abgrenzung basiert auf den verschiedenen hydrologisch- entwicklungsgeschichtlichen Moortypen, die durch die Eingriffe der vergangenen Jahrhunderte modifiziert wurden.

Nachfolgend werden die wichtigsten dieser Gebiete im Überblick vorgestellt. Eine detailliertere Aufschlüsselung der Teilgebiete nach Situation, Wiedervernässbarkeit, Leitbild und Entwicklungszielen ist in Kapitel 7 des Pflege- und Entwicklungsplans enthalten und kann im PDF-Format heruntergeladen werden .

Verzeichnis der wichtigsten Teilgebiete

Großer Trauben

Situation : Stark aufgewölbtes Regenmoor mit zwei Zwischenmoorfenstern, südlicher Teil sowie Ränder durch Entwässerungsgräben und Torfstichkanten mehr oder minder stark entwässert, im Süden Teilfläche gerodet und als dräniertes Wirtschaftsgrünland genutzt; noch relativ großflächige, halboffene Hochmoorvegetation auf nicht durch Entwässerung beeinflusste zentrale Hangbereiche beschränkt. Bannwald.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Hangregenmoor. Das Hochmoor Großer Trauben soll als nicht genutzter, vollständig beruhigter, naturnah zonierter Regenmoorkomplex mit eingestreuten Zwischenmoorfenstern entwickelt werden.

Tisch

Situation : Ehemals flach aufgewölbtes Hanghochmoor, Hangwasserzustrom gekappt, durch Gräben in geringen Abständen stark entwässert, Vegetation überwiegend durch Moorwälder gekennzeichnet.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Hangregenmoor. Der Tisch soll als nicht genutzter, vollständig beruhigter, naturnah zonierter Regenmoorkomplex mit eingestreuten Übergangsmoorfenstern entwickelt werden.

Spöcker / Burgweiler Fohren

Situation : Das ehemalige Hochmoor Spöcker / Burgweiler Fohren besteht heute aus zwei voneinander unabhängige hydrologische Teilgebieten: dem nicht abgetorften, südlich liegenden Hochmoorrest (Burgweiler Fohren) und dem nördlich anschließenden Torfstichgebiet.

Das Gebiet ist stark entwässert und zeigt kleinflächig stark differenzierte Standortbedingungen.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologische Moorzieltypen : Eigenständige langfristige Vernässung; keine Eingriffe, keine Nutzung, Prozessschutz; Beruhigung im Rahmen der Besucherlenkung; dadurch Optimierung des FFH-Lebensraumtyps "Moorwälder".

Lindenhof

Situation : Kleinflächiger Hochmoorrest, durch Entwässerung des Umfelds stark beeinträchtigt; Restbestand überalterter Spirken –Moorwald [Spirke = Kiefernart], absterbend, keine Verjüngung.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Versumpfungsmoor / Verlandungsmoor. Beibehaltung des bestehenden Zustand; keine Eingriffe, keine Nutzung, Prozessschutz; Beruhigung im Rahmen der Besucherlenkung.

Eulenbruck-Süd

Situation : Rest eines großen Regenmoorschildes, durch Entwässerung und kleinbäuerlichen Torfstich teilweise stark verändert. Die Mächtigkeit des Resttorf ist noch vergleichsweise groß. Das Gebiet wird im Bereich des Hochmoores von dem Riedlehrpfad berührt (Trittschäden) sowie zentral von einem geschotterten Waldweg durchschnitten.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Kleinflächiges Regenmoor mit Randlaggstrukturen. Vernässung von Teilbereichen durch Anstau von Gräben und Mulden; Aufrechterhaltung der regelmäßigen Entbuschung; Verminderung der Trittbelastung durch Einrichtung passender Attraktionen und Bau von Bohlenwegen.

Eulenbruck-Nord

Situation : Auf großer Fläche ehemaliges bäuerliches Torfstichgebiet, stark entwässert, kleinflächig stark differenzierte Standortbedingungen. Überwiegend Wirtschaftsgrünland und Wirtschaftgrünlandbrachen, Moorwälder auf trockenem Rest-Hochmoor und in nassen Torfstichen. Engmaschiges Entwässerungsnetz.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Versumpfungsmoor / Verlandungsmoor. Optimierung des Gebietes für Libellen und Amphibien durch Grabenanstau und Torfsticheinstau. Sicherung des bestehenden Artenpotentials der Nasswiesen und Nasswiesenbrachen durch großflächige extensive Pflegeverfahren (Beweidung). Beruhigung im Rahmen der Besucherlenkung.

Überwachsener See

Situation : Vor kurzem verlandeter Grundwasseraufbruch, Grundwasseraustritte aktuell sehr gering, randlich entwässert, Entwicklung der Vegetation zunehmend ombrogen [ombrogen = durch Niederschlag entstanden], starke Verbuschungstendenz.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Übergangsmoor. Wiedervernässung der Randbereiche (soweit möglich); Weiterhin Entbuschung bis Wiedervernässung greift; danach Zulassen ungelenkter Sukzession; Verringerung der Trittbelastung durch Schaffung von Alternativangeboten.

Obere Schnödenwiesen

Situation : Durch Torfabbau intensive Entwässerung, Grünlandwirtschaft sowie seit einigen Jahren großflächige Brache massiv verändert; großflächige Birken- und Waldkiefernmoorwälder; niederschlagswassergespeister Torfstichsee mit Schwingrasenverlandung.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Komplex aus Hang-, (Durchströmungs-) und Versumpfungsmooren mit deutlichem Nährstoff-/Basengradienten von Süd nach Nord. Wiedervernässung durch flächenhafte Verrieselung der Zuflüsse; Anlage von Mulden zur Entwicklung eigendynamischer Bachläufe und Grabenanstau; Förderung eigendynamischer Prozesse durch ungelenkte Sukzession; Förderung der Artenvielfalt durch Anlage halboffener Weidelandschaften; Förderung typischer, störungsempfindlicher Vogelarten durch Beruhigung des Gebiets.

Untere Schnödenwiesen und Riedhauser Viehweide

Situation : Ehemalige Auenüberflutungsmoore im Überschwemmungsbereich der Ostrach. Infolge Begradigung, Ausbau und Tieferlegung der Ostrach sowie Anlage von Grabensystemen und Drainagen stark entwässert. Starker Moorschwund.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Auenüberflutungsmoor / Versumpfungsmoor. Wiedervernässung durch Anstau der in die Gebiete mündenden Gräben/Bäche sowie durch gelegentliche Überflutung durch die Ostrach. Optimierung der Habitatstruktur für Vogelarten mit großen Fluchtdistanzen durch Rodung der Gehölzbestände.

Laubbachmühle

Situation : Hangquellmoor, teilweise in Fischteiche (Westen), teilweise nach Entwässerung in (jetzt brachliegende) Futterwiesen umgewandelt; eigentliches Hangquellmoor vorentwässert; Vegetation naturschutzfachlich extrem hochwertig mit vielen floristischen Raritäten.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Hangquellmoor. Sicherung des Bestandes an bedrohten Arten durch Aufrechterhaltung der jährlichen Mahd mit Abfuhr des Mähgutes.


Fischteiche (Westteil) : Teilweise Umwandlung in extensiv genutzte Demonstrations-Anlage für Natur- und Kulturgeschichte (Mühlenwesen etc.); Förderung des spielerischen Naturerlebens durch Anlage eines Wasserspielplatzes.

(Ostteil) : Renaturierung zum Hangquellmoor; Verbesserung der landschaftlichen Einbindung (Reduktion der Fichtenbestände).

Großer Trauben-Torfstiche

Situation : Ehemaliges industrielles Torfstichgebiet mit großen Stichseen; teilweise seit 100 Jahren in Verlandung begriffen, mit Schwingrasen, Entwässerungsnetz noch wirksam; teilweise große Heterogenität der Oberfläche / Wasserstände.

Wiedervernässung : siehe Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten .

Hydrologischer Moorzieltyp : Verlandungsmoor / Versumpfungsmoor. Optimierung der Moorregeneration durch Wiedervernässung mit Grabenanstau und Torfsticheinstau (Oberziel); Sicherung der weiteren natürlichen Verlandung der großen Torfstichseen durch ungelenkte Sukzession und Nicht-Nutzung (Oberziel).