Nutzung der Flächen im Projektgebiet
Diesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)
| Wirtschaftsgrünland | 596 ha |
|---|---|
| Grünlandbrache | 32 ha |
| Brache mit Hochstauden-, Ruderal- oder Schlagfluren (z.T. aufgeforstet) | 21 ha |
| Ungenutzte oder nur extensiv genutzte Moorbereiche | 644 ha |
| Wald auf mineralischem Standort | 114 ha |
| Acker / Ackerbrache | 2 ha |
| Offene Wasserfläche | 44 ha |
| GESAMT | 1.453 ha |
Landwirtschaft
Bis Ende der 1980-er Jahre standen ca. 2.000 Hektar Moorboden unter landwirtschaftlicher Nutzung. Die Grenzertragsböden wurden größtenteils als Mehrschnittwiese (3 bis 5 Schnitte) bewirtschaftet. Mittlerweile ist in zentralen Teilen des Moores die landwirtschaftliche Grünlandnutzung mehr oder weniger vollständig aufgegeben und die Flächen liegen brach.
Das gesamte Planungsgebiet (Projektkerngebiet sowie Übriges Projektgebiet) weist eine Größe von rund 2940 Hektar auf. Davon sind vermutlich rund 57 % potentiell landwirtschaftlich nutzbar (1680 Hektar).
Die Verteilung der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Planungsgebiet ist dabei nicht gleichmäßig. Die im Rahmen einer begleitenden Agrarstudie erhobenen Daten zeigen folgende Situation:
- Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche an der Gesamtfläche beträgt im Projektkerngebiet 32%, im übrigen Projektgebiet 74%.
- Die Bewirtschaftung der Flächen des Projektkerngebietes erfolgt zu fast 100% als Dauergrünland und kann überwiegend als intensiv bezeichnet werden.
- Ackerland findet sich überwiegend zusammenhängend in den höher gelegenen, mineralischen Randbereichen des Übrigen Projektgebiets (rund 29 %) und nur vereinzelt im Kerngebiet (0,7 %).
- Die durchschnittliche Größe der landwirtschaftlich genutzten Fläche beträgt 47,2 Hektar. Der Anteil der Pachtflächen beträgt im Durchschnitt 57%.
Auffallend ist der hohe Grad der Spezialisierung, nur wenige Betriebe sind als klassische Gemischtbetriebe anzusprechen. Sechs Betriebe haben in der Vergangenheit einen Betriebszweig Landschaftspflege aufgebaut (siehe unten ), sieben weitere Betriebe könnten sich eine derartige Ausrichtung vorstellen (Stand Sommer 2005).
Eine ausführliche Beschreibung der landwirtschaftlichen Situation enthalten Kapitel 4 und 6 des Pflege- und Entwicklungsplans, die im PDF-Format heruntergeladen werden können.
Forst
Die forstwirtschaftliche Nutzung konzentriert sich auf die Wälder in den Teilgebieten Hornung und Spöcker Fohren.
Der Staats- und Körperschaftswald konzentriert sich dabei auf die Teilgebiete Großer Trauben-Hochmoor, Schnödenwiesen, Tisch, Hornung und Burgweiler Fohren. Diese werden zielgerichtet in unterschiedlicher Intensität bewirtschaftet. Die großen Moorwaldbestände im Bereich Tisch und Großer Trauben werden forstlich nicht genutzt. Dasselbe gilt für das Zentrum des Hochmoores Eulenbruck.
Das Teilgebiet Großer Trauben-Hochmoor / Egelreuter Fohren ist als Bannwald Große Traube mit einer Fläche von 188 Hektar ausgewiesen. Dort finden keinerlei Holzentnahmen und auch keine Pflegemaßnahmen statt.
Jagd und Fischerei
Das Projektgebiet hat Anteil an 16 Jagdbezirken, die teilweise über das Projektgebiet hinausreichen. Eine ordnungsgemäße Ausübung der Jagd ist im Naturschutzgebiet Pfrunger-Burgweiler Ried zulässig und wird überwiegend durch Pächter ausgeübt. Im Naturschutzgebiet Überwachsener See ist die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd ohne Einschränkungen gestattet. Im Naturschutzgebiet Laubbachmühle ist die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe gestattet, dass keine jagdlichen Einrichtungen errichtet werden. Im Naturschutzgebiet Mühlebach ist die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe gestattet, dass nur einfache jagdlichen Einrichtungen errichtet werden und keine Wildfütterung stattfindet.
Die fischereiliche Nutzung des Gebietes ist sehr heterogen. Von den etwa 60 Hektar künstlich angelegten Stillgewässern im Projektgebiet werden ca. 30% fischereilich genutzt.
Landschaftspflege
Teilflächen des Projektgebietes werden seit den 1970er Jahren durch den Naturschutz gepflegt. Diese Maßnahmen werden zum kleineren Teil von der Naturschutzverwaltung selbst, zum größeren Teil durch Landwirte durchgeführt.
Knapp die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe (44 %) sind in der Landschaftspflege (Vertragsnaturschutz) aktiv. Dabei variiert der Anteil der Pflegeflächen an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche der Betriebe zwischen 0,4 und 36 %. Der absolute Umfang der Pflegeflächen pro Betrieb beträgt zwischen 0,4 und knapp 21 Hektar. Immerhin betreuen acht Betriebe jeweils mehr als 10 Hektar Pflegeflächen. Diese haben in den letzten Jahren die Landschaftspflege als betriebliches Standbein aufgebaut.
Die durchgeführten Landschaftspflegemaßnahmen lassen sich den drei Gruppen Entbuschung, Pflegemahd von Streuwiesen sowie Pflege und Regeneration nasser Futterwiesen zuordnen. Auch Wiedervernässungsmaßnahmen wurden in den Jahren 1994 und 1995 im Projektkerngebiet in den zwei Teilgebieten Tisch und nordöstlicher Rand des Großen Trauben mit Schnödenwiesen auf einer Fläche von insgesamt über 100 Hektar durchgeführt.
Erholung und Tourismus
Eine zunehmende Bedeutung hat das Pfrunger-Burgweiler Ried für die Erholungsnutzung. Zudem ist es ein wichtiger Baustein des regionalen Tourismuskonzeptes. Schwerpunkte liegen bei Wilhelmsdorf, wo der Besucherstrom auf gut ausgebaute Wege konzentriert wird (Riedlehrpfade), sowie zwischen Waldbeuren, der ehemaligen Burg bei Burgweiler und dem Waldgebiet Hornung, wo sich der Besucherverkehr derzeit auf das Gebiet Schnöden konzentriert.
Siehe hierzu auch den Abschnitt Bürger & Besucher .
- Diesen Artikel empfehlen
- aktualisiert am 20.6.2006 9:42:38
- 1628 mal besucht



