Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Naturräumliche Grundlagen: Geologie und Klima FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Das Projektgebiet des Pfrunger-Burgweiler Rieds liegt im Oberschwäbischen Hügelland und umfasst die gesamte vermoorte Senke zwischen Wilhelmsdorf im Süden und Ostrach im Norden. Das Gebiet liegt auf der europäischen Wasserscheide zwischen Donau und Rhein (siehe Moore und Gewässer ).

Geologie

topografische Karte des Projektgebietes Vergrößerte Darstellung

Das Pfrunger-Burgweiler Ried liegt in der voralpinen Jungmoränenlandschaft in der vermoorten Talniederung der Ostrach. Die organischen Ablagerungen erreichen eine Mächtigkeit von bis zu 8 Metern. Auf den eiszeitlichen Schottern im Talbereich wurde vor 10-12.000 Jahren ein dichtender Seetonschleier abgelagert, so dass im Projektgebiet ein Stausee entstand.

Durch Verlandung des Sees begann die Torfbildung. Es bildeten sich mehrere Meter mächtige Niedermoortorfe, die durch fortschreitende Verlandung zusammenwuchsen. Über den Niedermooren haben sich Hochmoortorfe gebildet. Im Randbereich des Moorgebietes haben sich Quellmoore entwickelt.

Eine ausführliche Beschreibung der geologischen Situation enthält Kapitel 2 des Pflege- und Entwicklungsplans, das im PDF-Format heruntergeladen werden kann.

Klima

Großklimatisch zählt das Gebiet zum atlantisch getönten Klima des Voralpenraumes. Hinsichtlich der Höhe der Niederschläge wirkt sich der Alpennordstau besonders aus.

Die lokalklimatischen Besonderheiten beruhen auf der Beckenlage sowie dem moorigen Untergrund. Durch die moortypischen Strahlungsverhältnisse entstehen häufig Frost und Nebel. Durchschnittlich ist nur der Juli frostfrei. Mit 6,3 Grad Celsius liegt die Jahresdurchschnittstemperatur rund 1 Grad tiefer als die Umgebung. Hingegen liegt der Jahresniederschlag mit 990 mm etwa 150 mm über der Umgebung, womit die Voraussetzungen für die Hochmoorentwicklung gegeben sind. Die Vegetationsperiode (mittlere Temperaturen über 5 Grad Celsius) ist mit 196 bis 203 Tagen im landesweiten Vergleich eher gering bis mittel.

Für das Kleinklima ist z.B. in den Hochmooren der Baum- und Strauchbewuchs von besonderer Bedeutung. Dieser bewirkt einerseits einen gewissen Schutz vor Austrocknung, da sich Tau und Nebel insbesondere in den Morgenstunden besser halten können. Moose können deshalb in Moorwäldern bei tieferen Grundwasserständen als im Offenland existieren. Andererseits wird durch die Bewaldung die flächenhafte Verdunstung verstärkt.