Moortypen und Gewässersystem
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So sollte ein Moor aussehen: Wasser bis an die Oberkante
Das Pfrunger-Burgweiler Ried liegt im Talraum der Ostrach, welche den Hauptteil des oberirdischen Gebietes entwässert. Nördlich von Wilhelmsdorf verläuft die europäische Wasserscheide. Die Größe des Einzugsgebietes im Projektgebiet beträgt 67 Quadratkilometer.
Torfe bilden sich aus abgestorbener Pflanzensubstanz in der Folge von Wasserüberschuss und Sauerstoffmangel. Die Bildung von Mooren als flächige Ansammlung von Torfen ist somit auf dauerhaften Wasserüberschuss angewiesen.
In einer hydrologischen Übersicht werden die Teilgebiete und ihre Moortypen kurz vorgestellt. Eine ausführliche Beschreibung der im Projektgebiet vorhandenen Moortypen enthält Kapitel 2 des Pflege- und Entwicklungsplans, das im PDF-Format heruntergeladen werden kann.
Moorbildung im Projektgebiet
Im Pfrunger-Burgweiler Ried waren die Vorraussetzungen für die Moorbildung am Ende der Würmeiszeit besonders günstig:
- Großes, flaches, abzugsträges Becken zwischen der äußeren und inneren Jungendmoräne;
- vergleichsweise großes oberirdisches Einzugsgebiet des einzigen, größeren in das Becken entwässernden Fließgewässers (Ostrach);
- starke Grundwasserführung der anstehenden würmeiszeitlichen Ablagerungen mit Austritt des Grundwassers über Flur;
- stark in das Becken schüttende randliche Quellbänder;
- kühl-feuchtes Klima mit vergleichsweise hohen Niederschläge im Alpenstau.
Aufgrund von Bohrungen ist der Beginn der Moorbildung um etwa 8.000 - 7.000 v. Chr. zu stellen.
Hydrologisch-entwicklungsgeschichtliche Moortypen
Anhand neuerer Erhebungen konnte die Moorbildung nachgezeichnet und die Moortypen rekonstruiert werden, wie sie noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestanden haben könnten:
- Quellmoore im Bereich von Quellhorizonten an den Unterhängen der Randhöhen
- Hang- / Durchströmungsmoore zwischen Quellmooren im Beckenzentrum
- Verlandungsmoore / Versumpfungsmoore im Beckenzentrum
- Überflutungsmoore im Bereich der Ostrach
- Regenmoore im zentralen Ried
Eine Besonderheit sind die Zwischenmoorfenster in einzelnen Regenmoorschilden des Gebiets, in denen artesisch gespanntes, mineralreiches Grundwasser an die Oberfläche tritt [artesisch: Zustand, bei dem gespanntes Grundwasser selbständig ausfließt].
Zustand bei Projektbeginn
Seit Beginn der menschlichen Eingriffe hat die Fläche der Hochmoore im Pfrunger-Burgweiler Ried infolge Abtorfung und entwässerungsbedingtem Moorschwund um rund 75 bis 80 % abgenommen.
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- aktualisiert am 20.6.2006 10:11:56
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