Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Biotop-Typen, Vegetation und Flora FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Kiefern im Moor Als potentiell natürliche Vegetation des zentralen Moorbereichs ist im zentralen Hochmoorbereich ein Bergkiefern-Moorwald zu erwarten. Zum Rande hin würde sich ein Fichten-Moorrandwald anschließen. Umgeben wird dieser Hochmoorkomplex von einem Niedermoorkomplex mit Röhrichten und sowie Bruchwäldern.

Übersichtskarte mit Großem Trauben Vergrößerte Darstellung

Das Kerngebiet mit dem Hochmoor Großer Trauben ( Vergrößerte Darstellung ) weist die charakteristische Abfolge einer Hochmoorzonation auf. Von landesweiter Bedeutung sind die beiden Zwischenmoor-Vorkommen im Überwachsenen See und im Großen Trauben. In den zahlreichen Torfstichen haben sich Bruchwälder und vereinzelt auch Zwischenmoorstadien etabliert.

Für eine ehemals weitere Verbreitung von Hoch- und Zwischenmooren sprechen zahlreiche Vorkommen reliktischer Pflanzengemeinschaften [reliktisch: Als 'reliktisch erhalten' wird oft ein nur noch in Spuren vorhandenes Material bezeichnet]. Die reichliche Birkenverjüngung zeigt jedoch die Entwicklung zu Moorbirkenwäldern an. An den Ufern der älteren Torfstichseen kommen Wasserpflanzen- und Röhrichtgesellschaften in überwiegend eutrophen Ausbildungen vor [eutroph: nährstoffreich; im Gegensatz zu oligotroph = nährstoffarm].
Knapp ein Drittel der Projektkerngebietsfläche nehmen nährstoffreiche, artenarme Grünlandflächen ein. Artenreiche Nasswiesen sind wegen der großflächigen Entwässerung des Gebietes eine Rarität.

Die Pflanzengesellschaften der Streu- und Nasswiesen mussten die größten Verluste hinnehmen. Mit Ausnahme des Bestandes an der Laubbachmühle sind nur noch Kleinstbestände übrig. Die noch verbliebenen Biotope sind von Zerschneidung und Isolation geprägt.

Zahl der Arten

Die derzeitige Gesamtartenzahl des Projektgebietes lässt sich nicht genau ermitteln. Im Projektgebiet kommen derzeit etwa 670 Pflanzenarten, darunter 125 Moosarten, vor. Unter diesen Pflanzen befinden sich 22 in Baden-Württemberg stark gefährdete, zwei durch die FFH-Richtlinie geschützte Arten und zwei in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohte Arten (Rote Liste 1).

Siehe hierzu auch die Ausführungen über die Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz.