Bedeutung für den Naturschutz
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Grundlage für die Initiierung und Förderung des Großprojekts Pfrunger-Burgweiler Ried ist seine gesamtstaatliche repräsentative Bedeutung. In den folgenden Abschnitten wird dies anhand einiger floristischer und faunistischer Besonderheiten sowie verschiedener Merkmale hinsichtlich Natürlichkeit und Großflächigkeit kurz veranschaulicht.
Naturschutzfachliche Gebietsbewertung
(Eine genauere Aufgliederung des Projektgebiets findet sich in der Übersicht der hydrologischen Teilgebiete .)
Die höchste Wertstufe international / national bedeutend weist das Hochmoor Großer Trauben mit rund 200 Hektar trotz der Beeinträchtigungen im südlichen und östlichen Teil auf ( Vergrößerte Darstellung ). Nicht nur das großflächige Vorkommen von Hochmoorgesellschaften mit starkem Regenwasserregime, sondern auch die in das Hangregenmoor eingebetteten, durch aufsteigendes mineralstoffreiches Grundwasser geprägte Zwischenmoorfenster machen den außerordentlichen Wert dieses Gebiets aus. Dieser wird auch durch eine Vielzahl von Vorkommen hochgrad gefährdeter Tier- und Pflanzenarten untermauert.

Weit kleinflächiger, jedoch in gleicher Wertkategorie, ist das Hangquellmoor Laubbachmühle . Das über drei Hektar große, zusammenhängendem Mehlprimel-Kopfbinsenried ist ein extremer Lebensraum für einige ebenfalls hochgradig gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Seiner extremen Oberflächenneigung sowie seinem wohl weitläufigen unterirdisches Einzugsgebiet mit reicher Schüttung von kalkreichem Wasser ist seine gute Erhaltung zu verdanken.
In die Kategorie landesweit bedeutend wurden das Hochmoor Tisch , der Fünfeckweiher , das Torfstichgebiet Pfrunger Großer Trauben sowie der Hochmoorrest Eulenbruck mit dem Überwachsenen See eingestuft.
Das knapp 100 Hektar große, ehemalige Hanghochmoor Tisch umfasst zwar Flächenanteile der höheren Wertstufe. Diese rechtfertigten aber aufgrund ihrer Kleinflächigkeit keine entsprechende höhere Einstufung. Besonderheiten stellen die zahlreichen Zwischenmoorfenster auch in diesem Gebiet dar.
Die Vorkommen von Übergangsmoor-Schwingrasen sowie zahlreicher hochgradig gefährdeter Libellenarten und Vogelarten waren die Ursache für die Einstufung des rund 3,5 Hektar großen Fünfeckweihers als Einzelgebilde in diese Wertkategorie. Dieser ehemalige Torfbaggersee verdankt seine spezifischen Standortverhältnisse der alleinigen atmosphärischen Wasserzufuhr sowie seiner Abgeschiedenheit.
Das rund 115 Hektar große, seit rund 80 Jahren nicht mehr genutzte stillgelegte Torfstichgebiet (Pfrunger) Großer Trauben-Nord wurde infolge einer Höherstufung wegen der zahlreichen Vorkommen von hochgradig gefährdeten Wasservogel-, Libellen- und Fledermausarten ebenfalls dieser Wertgruppe zugeordnet.
Das rund 25 Hektar große Teilgebiet Eulenbruck mit Überwachsenem See ist zwar stark durch den benachbarten Torfabbau in Mitleidenschaft gezogen worden. Dennoch sind hier kleinflächig naturschutzfachlich sehr hochwertige Vegetationsbestände der Hochmoorstandorte mit starkem Regenwasserregime sowie der sehr selten Übergangsmoorstandorte vorhanden, die diese Einstufung rechtfertigen.
Als regional bedeutend wurden die Teilgebiete Burgweiler Fohren, Obere und Untere Schnödenwiesen, Torfstichgebiet (Pfrunger) Großer Trauben-Süd, Hochmoorrest Lindenhof, Naturerlebnisgelände Eulenbruck und Fischweiher Laubbachmühle eingestuft.
Die stark entwässerten Hochmoorreste Burgweiler Fohren und Lindenhof weisen noch Hochmoorgesellschaften auf, allerdings nur weitgehend trockener Standorte. Die Oberen und Unteren Schnödenwiesen sind zwar großflächig nur mit Vegetationsbeständen bzw. Biotopstrukturen lokaler Bedeutung ausgestattet. Rest artenreicher Streu- und Nasswiesen sowie Vorkommen von hochgradig gefährdeten Vogelarten und Amphibien lassen jedoch eine Einstufung in diese Kategorie gerechtfertigt erscheinen.
Das Torfstichgebiet (Pfrunger) Großer Trauben-Süd wird durch die Vorkommen von besonders bedrohten Vogelarten und Libellen aufgewertet. Die Teilgebiet Naturerlebnisgelände Eulenbruck und Fischweiher Laubbachmühle sind sehr kleinflächig, doch durch verdichtetes Vorkommen gefährdeter Arten gekennzeichnet. Zusammen umfasst diese Kategorie Flächen im Umfang von rund 200 Hektar.
Als lokal bedeutend wurden strukturreiche Teilgebiete mit vereinzeltem Vorkommen stark gefährdeter Arten oder mit besonderer Funktion als Nahrungshabitat des hochgradig gefährdeten Weißstorchs eingestuft. Diese Kategorie umfasst Flächen von rund 980 Hektar.
Die rund 1.290 Hektar umfassenden restlichen Flächen des Projektgebietes weisen derzeit naturschutzfachlich eine untergeordnete Bedeutung auf. Sie beschränken sich im Wesentlichen auf das Übrige Projektgebiet. Aufgrund ihres standörtlichen Zusammenhangs mit dem Projektkerngebiet besitzen sie jedoch ein großes Entwicklungspotential.
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- aktualisiert am 21.6.2006 9:11:42
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