Gefährdungspotentiale
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Die stärkste Beeinträchtigung sind Grundwasserabsenkungen und Entwässerungsmaßnahmen . Die Maßnahmen der früheren Moorentwässerung wirken auch heute noch negativ auf die Ausbildung des Moorkörpers aus. Das Absinken der Mooroberfläche führte zu einem Moorschwund von bis zu 1,7 Metern.
Untersuchungen zur Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes ergaben, dass lediglich ca. 10% der Projektkerngebietsfläche keine oder geringe Beeinträchtigungen aufweisen, 80% der Fläche jedoch als mittel bis hoch beeinträchtigt angesehen werden müssen.
Weitere Untersuchungen ergaben eine massive Beeinträchtigung des Projektgebietes durch Zunahme des Nährstoffgehaltes sowie großflächige Versauerungen. So wurde etwa durch die großflächige Absenkung des Moorwasserspiegels nicht nur das Moorwachstum gestoppt, sondern auch die Torfmineralisation in Gang gesetzt. Durch die Belüftung der Torfe wurden mikrobielle Abbauprozesse eingeleitet. Die Torfsackung beträgt bis zu einem Zentimeter pro Jahr bzw. ca. 90.000 Kubikmeter Volumenverlust pro Jahr im Gesamtgebiet.
Die Wirkung der Zerschneidung von Straßen konzentriert sich auf wenige Strecken. Durch Straßen, insbesondere wenn sie asphaltiert sind, wird zum Einen der genetische Austausch zwischen den Populationen bestimmter Biotope erschwert. Zum anderen kommt es zu direkten Verlusten durch das Überfahren von Individuen einer Tierart, was unter Umständen je nach Intensität der Verluste den Aufbau oder die Aufrechterhaltung einer lebensfähigen Population verhindert. Eine hohe Beeinträchtigung der Biotopverbundfunktion geht von den asphaltierten Kreisstraßen von Pfrungen nach Riedhausen (K7964) aus, die das Eulenbruck-Hochmoor vom Großer Trauben-Hochmoor trennt, sowie von der Kreisstraße von Pfrungen nach Waldbeuren (K 8037), welche die Quellmoore oberhalb von den Moorgebieten in Senkenlage trennt. Aufgrund des relativ hohen Verkehrsaufkommens ist die Wanderung von Arten wahrscheinlich mit hohen Verlusten verbunden (Amphibien).
Die Verbuschung und Aufforstung von Teilflächen - vor allem mit nicht standortgerechten Gehölzen wie Fichte (Picea abies) führte innerhalb der Teilgebiete Riedhausener Viehweide und Schnödenwiesen zu einer hohen Beeinträchtigung der Biotopverbundfunktion durch die Zerstückelung von Offenlandbiotopen.
Handlungsbedarf!
Insgesamt ist der Stoff- und Wasserhaushalt des Pfrunger-Burgweiler Rieds nachhaltig gestört, ein dringender Bedarf an Wiedervernässungsmaßnahmen ist gegeben. Bleiben diese aus, so ist mit dem Aussterben weiteren moortypischer Pflanzenarten zu rechnen, da die rezenten Vorkommen [rezent: noch vorhanden; im Gegensatz zu ausgestorben] nur noch Reliktbestände aufweisen. Gerade die besonders nährstoffarmen, für den Naturschutz besonders wertvollen Standorte sind dann kaum wiederherstellbar.
Intensivnutzung
Durch die intensive Landnutzung ist das ehemals großflächig verbreitete Extensivgrünland auf wenige Restflächen reduziert, die inzwischen weitgehend brach liegen. Dadurch sind Arten der Kleinseggenrasen und Pfeifengraswiesen sowie Wiesenbrüter bis auf wenige Kleinstpopulationen verschwunden. Die unmittelbare Nachbarschaft von intensiv genutzten Flächen und schutzwürdigen Moorbereichen führt zu dauerhaften Nährstoffbelastungen. (Siehe hierzu auch Extensive Weidewirtschaft ).
Besucher
Punktuell haben auch Intensivierungen des Freizeit- und Erholungsverkehrs die Lebensverhältnisse von Flora und Fauna stark verändert. Um dieses Phänomen in den Griff zu bekommen, wurde im Rahmen des Pflege- und Entwicklungsplans ein Besucherlenkungskonzept erarbeitet.
Zur Situation von Flora und Fauna
Eine ausführliche Beschreibung der Situation von Pflanzen und Tieren enthält Kapitel 6.6 des Pflege- und Entwicklungsplans, das im PDF-Format heruntergeladen werden kann.
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- aktualisiert am 7.7.2006 13:57:21
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