Beispiele für die Wiedervernässung von Teilgebieten
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Nachfolgend stellen wir die geplanten Maßnahmen zur Wiedervernässung anhand einiger Teilgebiete dar.
Großer Trauben (Typ: Regenmoor)
Der Torfkörper dieses Hangregenmoores wurde zum einen durch Torfabbau bezüglich seiner Flächenausdehnung verkleinert. Zudem wurde dadurch das Niveau seiner Umgebung durch Vorfluter abgesenkt.
Bei der Wiedervernässung kommt es darauf an, die bestehende Grundwasserkuppel nach Süden zu vergrößern. Hierzu muss die Wirksamkeit der zentralen Entwässerungsgräben und damit der schnelle Abfluss von Überschusswasser vermindert bzw. beseitigt werden.
Zentrale Aufgabe ist der Anstau der Grabensysteme durch Einbau mehrerer Querbauwerke in jeweils gebietsspezifischen Abständen. Durch die Querbauwerke dürften oberflächennahe Grundwasserstände erreicht werden, die zu einer verstärkten Ausbreitung von hochmoortypischen Torfmoosen führen dürfte.
Überwachsener See (Typ: Regenmoor)
Die Wiedervernässung des Überwachsenen Sees kann durch Anstau der östlichen großen Randsenke zusammen mit dem Anstau des Grabens im Süden sowie des Torfstichs im Westen (Maßnahme Eulenbruck-Süd, siehe unten) gelingen. Durch Verschließen des südöstlichen Grabens und des als Wiese genutzten ehemaligen Torfstichs im Westen zum Hochmoorrest Eulenbruck würde das mineralstoffreiche Wasser sowie das Niederschlagswasser gezwungen, nach Norden zum ehemaligen Großen See abzufließen.
Obere Schnödenwiesen (Typ: Grundwassermoor)
Dieses Teilgebiet - Teil eines ehemaligen Auenüberflutungsmoores - bietet die einzigartige Möglichkeit, ein großflächiges Hang-/Versumpfungsmoor herzustellen, das sich langfristig zu einem Durchströmungsmoor weiterentwickeln kann. Das wesentliche Element der Wiedervernässungsstrategie stellt die Ausleitung und Verrieselung der von außen in das Gebiet führenden Bäche dar. Hierzu sind an den Ausleitungsstellen Querbauwerke mit Hinterfüllung des bestehenden Bachbettes herzustellen. Oberhalb der Querbauwerke soll das Wasser in neu anzulegenden Flut-/Rieselmulden ausgeleitet werden.
Durch die starke Zufuhr von Fremdwasser sowie die zusätzliche Rückhaltung durch Querbauwerke wird es vergleichsweise schnell zu einer starken Wiedervernässung des gesamten Gebietes kommen.
Da ein Teil der Gebiete nährstoffreiches Wasser führt, wird es zur Ausbildung entsprechender Vegetationsbestände kommen, die sich als natürliche Kläranlagen entwickeln können.
Tisch (Typ: Regenmoor)
Das ehemals nur geringmächtige Hangregenmoor wurde durch parallel in Fließgewässerrichtung verlaufende Entwässerungsgräben extrem kompartimentiert. Außerdem wurde die Grundwasserspeisung durch Kappung der Grundwasserströme vollständig unterbunden.
Bei der Wiedervernässung des Gebietes kommt es darauf an, die Entwässerungsgräben durch den Einbau von Querbauwerken funktionslos zu machen. Bereits eingebaute Querbauwerke sollten bezüglich ihrer Wirksamkeit überprüft und bei Bedarf ergänzt werden. Da das Durchströmungsregime zerstört wurde, soll versucht werden, ein Randlagg zu entwickeln [Randlagg: randliche Vernässungszone des Hochmoores, gespeist durch Zulaufwasser vom höherliegenden Hochmoorplateau].
Untere Schnödenwiesen / Riedhauser Viehweide (Typ: Grundwassermoor)
Diese Teilgebiete eines ehemaligen Auenüberflutungsmoores sollen wieder als eigenständige Versumpfungs-/Auenüberflutungsmoore entwickelt werden. Hierzu sollen die Entwässerungsgräben der Teilgebiete durch zahlreiche Querbauwerke angestaut werden. Die in die Ostrach mündenden Gräben sollten davor verschlossen werden, damit sie in der Fläche abfließen.
Zusätzlich soll durch seitliche Ausleitung der Hochwasserspitzen der Ostrach eine wesentlich häufigere Überflutung der Gebiete als bisher erfolgen. Dies soll durch den Bau einfacher Streichwehre am oberen Ende des Gebietes sowie durch die Anlage von Flutmulden, die das Wasser der Ostrach in die Fläche leiten, erreicht werden.
Die verstärkte Wiederingangsetzung der Auenüberflutung dient nicht nur der Wiederherstellung eines Auenüberflutungsmoores, sondern könnte auch einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Hochwasserschutzes der Gemeinde Ostrach leisten.
Laubbachmühle (Typ: Grundwassermoor)
Der intakte Teil des Hangquellmoores ist aktuell weniger durch Eingriffe in den Wasserhaushalt als durch Eingriffe in den Nährstoffhaushalt (ackerbauliche Nutzung des Oberhangs) gefährdet. Dennoch kann die vorhandene Entwässerung des nahen Umfelds durch den Einbau von Querbauwerken rückgängig gemacht werden.
Der drainierte untere Teil des Quellmoores kann durch Überrieselung wiedervernässt werden. Durch Einbau eines Querbauwerkes am östlichen, senkrechten Abschnitt dieses Grabens könnte zusätzliches Quellwasser zur wieder zu vernässenden Wiese geleitet werden. Schließlich sollten die Verrohrung und die weiteren Flächendränagen unbrauchbar gemacht werden, damit das verrieselte Wasser durch diese nicht auf kürzestem Wege wieder abgeführt wird.
Durch die skizzierten Maßnahmen wird es schon innerhalb kürzester Zeit zu einer starken Wiedervernässung und damit zu einer schnellen Entwicklung naturschutzfachlich hochwertiger Vegetationsbestände kommen.
Wiedervernässung in weiteren Bereichen
Im Rahmen des Projektes sollen mit erster Priorität Maßnahmen in den o.a. Teilgebieten stattfinden. Zusätzlich sind Maßnahmen in weiteren Teilgebieten erforderlich. Hierbei handelt es sich um:
Eulenbruck-Süd (Typ: Regenmoor)
Der verbliebene Resttorfkörper Eulenbruck-Süd ist Teil eines ehemals großflächigen Regenmoores. Wegen seiner geringen Grundfläche und des steilen Gefälles seiner Flanken ist er nur noch auf Teilflächen effektiv wiedervernässbar. Hierzu sind die vorhandenen Entwässerungsgräben und Sackungsmulden sowie Torfstiche durch Querbauwerke anzustauen.
Großer Trauben-Torfstiche (Typ: Grundwassermoor)
Das Torfstichgebiet soll vornehmlich durch Anstau größerer Bäche und Gräben sowie Torfstiche wiedervernässt werden.
Weites Ried (Typ: Grundwassermoor)
Dieses Gebiet kann durch Anstau des dort verlaufenden Hornungsgrabens, durch Einbau eines Querbauwerks sowie durch Anlage einer Rieselmulde zu einem kleinflächigen Hang-/Versumpfungsmoor entwickelt werden.
Westliche Riedhauser Viehweide (Typ: Grundwassermoor)
Dieses Gebiet soll zu einem Hang-/Versumpfungsmoor entwickelt werden. Wesentlichste Maßnahmen sind die Ausleitung des Laubbacher Mühlenbaches, der Anstau von Entwässerungsgräben und eine breite Verrieselung des Wassers in die zu schaffenden Flutmulden der Riedhauser Viehweide.
Eulenbruck-Nord (Typ: Grundwassermoor)
Der abgebaute Teil des ehemaligen Hochmoores kann durch Anstau zu einem Versumpfungsmoor entwickelt werden. Hierzu sollen die größeren, zentralen Entwässerungsgräben durch den Einbau von Querbauwerken angestaut werden. Eine Wiedervernässung ist wegen des heterogenen Reliefs nur auf Teilflächen möglich.
Burgweiler Fohren (Typ: Regenmoor)
Stark abgebautes und entwässertes Hangregenmoor, welches wegen seiner geringen Grundfläche und des steilen Gefälles seiner Flanken nicht mehr effektiv wiedervernässt werden kann. Allenfalls ist es möglich, eine Randlaggsituation [Randlagg: randliche Vernässungszone des Hochmoores, gespeist durch Zulaufwasser vom höherliegenden Hochmoorplateau] zu schaffen durch Einstau vorhandener Gräben.
Spöcker Fohren-Torfstiche (Typ: Grundwassermoor)
Der abgebaute Teil des ehemaligen Hochmoores soll zu einem Verlandungsmoor entwickelt werden. Notwendig ist dazu der Anstau des nördlichen und südöstlichen Grabensystems
Lindenhof (Typ: Regenmoor)
Der verbliebene Resttorfkörper am Lindenhof des großflächigen Regenmoores Eulenbruck/Brachried ist wegen seiner geringen Grundfläche und des steilen Gefälles seiner Flanken nicht mehr effektiv wiedervernässbar. Wegen unmittelbarer Siedlungsnähe ist lediglich die Wiedervernässung der nordwestlichen Randbereiche zu einer randlaggähnlichen Situation möglich [Randlagg: randliche Vernässungszone des Hochmoores, gespeist durch Zulaufwasser vom höherliegenden Hochmoorplateau].
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- aktualisiert am 29.6.2006 16:02:05
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