Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Weitere Maßnahmen zur Biotopgestaltung FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Zusätzlich zu den in den vorangegangenen Abschnitten genannten Maßnahmen zur Biotop-Ersteinrichtung (siehe Info-Box) werden weitere Maßnahmen vorgeschlagen, die jedoch eine niedrigere Priorität besitzen:

Reaktivierung von Streifen brachgefallener Streuwiesen als Spenderfläche von Arten des Feuchtgrünlandes

Im Zuge der großflächigen Extensivierung sollte den Streuwiesen-Restflächen ein besonderes Augenmerk als Spenderfläche für Samen von Feuchtwiesenarten zufallen. Deren Bearbeitung erfordert spezielle Nutzungsverfahren, um die Re-Etablierung von Feuchtwiesenarten zu gewährleisten. Hierzu sollen Teile der Feuchtwiesen wieder vorübergehend in Pflege (Mulchen, Mahd) genommen werden. Diese Maßnahme ist jedoch nur dann zweckmäßig, wenn es gelingt, in diesen Gebieten auch Verfahren der großflächigen extensiven Beweidung zu installieren, damit die Zielarten langfristig eine Überlebenschance haben.

Umwandlung von Acker in Extensivgrünland

Von Ackerflächen auf Moorstandorten gehen vielfältige Gefährdungen des Naturhaushalts aus (insbesondere Torfmineralisation und Nährstoffaustrag). Im Projektkerngebiet befinden sich derzeit Äcker mit einer Gesamtfläche von 11,4 Hektar, welche vollständig erworben und in Grünland umgewandelt werden sollen. Für die Umwandlung empfiehlt sich wegen der in der Regel intensiven ackerbaulichen Nutzung die Ansaat mit einer gängigen Samenmischung für Feuchtgrünland.

Weißstörche auf einer Weide

Anlage von Feuchtmulden für den Weißstorch

Für die in der Umgebung des Projektgebietes horstenden Weißstörche zählt das Pfrunger-Burgweiler Ried zu den wichtigsten Nahrungshabitaten. Vor allem am Übergang vom Projektkern- zum Projektgebiet lässt sich die Tragfähigkeit des Gebietes für die Versorgung der Jungvögel mit geeigneten Nahrungstieren durch die Anlage von zahlreichen Feuchtmulden (Blänken) im Umfang von etwa 0,25 Hektar stark erhöhen. Diese Mulden sollten mit geringem Gefälle angelegt werden, damit eine Nutzung durch Beweidung und Mahd möglich ist.

Gewässerentwicklung

Die meisten Fließgewässer des Projektkerngebietes, vorwiegend Entwässerungsgräben, sollen im Zuge der Wiedervernässung (Anstau) und dadurch beginnenden Ingangsetzung der Torfbildung möglichst vollständig in Moorflächen umgewandelt werden. Einige größere Bäche, die ganzjährig Wasser führen, werden sich infolge Umleitung in Wiedervernässungsbereiche eigendynamisch entwickeln. Für diese Gewässer bzw. Gewässerabschnitte sind keine spezifischen Maßnahmen der Gewässerentwicklung erforderlich.

Nach Durchführung der oben beschriebenen Maßnahmen verbleiben im Projektkerngebiet ausgewählte Fließgewässerstrecken, die erhalten bleiben und aufgewertet werden müssen. Hierzu gehört, verrohrte Gewässerabschnitte freizulegen, die Durchwanderbarkeit für Fische und andere Gewässerorganismen wieder herzustellen, steile Uferbereiche abzuflachen und einen Gehölzsaum mit standortgerechten, einheimischen Arten anzupflanzen.