Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Besiedlung und Verkehr FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Die prähistorische Besiedlung des Pfrunger-Burgweiler Rieds begann vermutlich schon ab 9.000 v. Chr., d.h. in der ausgehenden Altsteinzeit. Archäologische Funde aus der Mittel- und Jungsteinzeit, der Bronze- und Hallstattzeit sowie der Römerzeit belegen eine zumindest episodische Besiedlung bzw. Nutzung der Randbereiche des Rieds.

Die historische Besiedlung setzte mit Gründung der Siedlungen in den Randbereichen des Rieds im 8. Jahrhundert ein. Erste urkundliche Erwähnungen von Siedlungen in unmittelbarer Umgebung des Rieds stammen aus dem Mittelalter. Eine Ausnahme bildet Wilhelmsdorf, das 1824 als Kolonie der Brüdergemeinde Korntal (bei Stuttgart) gegründet wurde.

Wegen seiner Größe, Lage und Unwirtlichkeit war das Pfrunger-Burgweiler Ried lange Zeit kaum zugänglich und deshalb ursprünglich überwiegend von den randlichen Siedlungen aus genutzt worden (vorwiegend Hutweide, randlich magere Futterwiesen, Brennholznutzung).

Die beiden einzigen Siedlungen im zentralen vermoorten Ried sind Gründungen neueren Datums: Der Lindenhof wurde 1833 als Unterkunft für weibliche Strafgefangene errichtet. Die Gebäude in der Umgebung der heutigen Riedwirtschaft wurden im Zuge des industriellen Torfabbaus (Torfwerk Pfrungen-Ried) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet: das Torfwerk 1857, die Riedwirtschaft 1889.

Verkehr

Karte mit Verkehrswegen Vergrößerte Abbildung

Die Erschließung des Projektgebiets für den Verkehr war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts auf die Straße von Pfrungen nach Riedhausen und die Straße von Riedhausen nach Lengenweiler beschränkt, die das Ried bzw. die Aue der Ostrach querten ( Vergrößerte Abbildung ). Ansonsten führten lediglich Stichwege von den Ortschaften in ihre jeweiligen Riedteile, die wahrscheinlich Triebwege für das Dorfvieh oder Wege für die Heu- bzw. Streuernte darstellten. Wege führten auch zu den größeren Waldflächen auf Mineralboden wie der Hornung und dem Etterschen.

Heute

Größere Siedlungen wurden bei der Abgrenzung des Projektgebietes ausgenommen. Im Projektgebiet befinden sich somit nur noch vereinzelte Kleinsiedlungen bzw. Einzelgehöfte. In den Randbereichen des Projektgebiets verlaufen die asphaltierte Landesstraße von Wilhelmsdorf nach Riedhausen (L288), die asphaltierten Kreisstraßen von Pfrungen nach Waldbeuren (K8272) und von Waldbeuren nach Burgweiler (K8246) sowie die asphaltierten landwirtschaftlichen Wege zwischen Burgweiler und Dichtenhausen sowie zwischen Nassach und Guggenhausen.
Das Projektkerngebiet wird zudem durch die asphaltierte Kreisstraße K7964 von Pfrungen nach Riedhausen in zwei Teile durchschnitten.