Land- und Forstwirtschaft
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Historische Aspekte
Intakte, also nicht entwässerte Moore konnten wegen ihres ungünstigen Standorts bis zum beginnenden 19. Jahrhundert nicht oder nur sehr extensiv land- und forstwirtschaftlich genutzt werden. Urkunden des 14. Jahrhunderts belegen eine Beweidung , die über lange Zeit die Hauptnutzungsform des Rieds bildete. Hinweise auf die Weidenutzung liefern auch alte Flurnamen wie Viehweide und Hutwiesen.
Zusätzlich war die Streunutzung bedeutsam. Nur vereinzelt waren dorfnahe Wiesen zweischnittig. Im Übrigen konnte die Streuwiesennutzung durchaus auch zusätzlich zur sommerlichen Hutweide durchgeführt werden. Man war darauf aus, auch Weidereste sinnvoll als Streu zu nutzen. Von der landwirtschaftlichen Nutzung waren vermutlich nur die Hochmoorbereiche des Großen Trauben ausgenommen. Die forstwirtschaftliche Nutzung der Gehölzbestände beschränkte sich auf die Wälder der mineralischen Halbinseln.
Infolge der Einführung der ganzjährigen Stallhaltung im beginnenden 19. Jahrhundert stieg der Bedarf an Einstreu stark an. Einschnittige magere Streuwiesen und z.T. auch extensive Beweidung waren darauf hin bis in die 1950-er Jahre des 20. Jahrhunderts die vorherrschende Nutzungsform. Die Ackernutzung im Projektgebiet beschränkte sich zu dieser Zeit auf die mineralischen Randflächen und einige wenige Standorte im Ried. Seit den 1960-er und 1970-er Jahren kam es zu einer Intensitätssteigerung der landwirtschaftlichen Nutzung. Dennoch war zugleich eine Tendenz zum Rückzug der Landwirtschaft aus den zentralen Teilen des Rieds entweder wegen mangelnder Rentabilität oder wegen Entzugs von Flächen infolge Grunderwerbs durch den Schwäbischen Heimatbund und die Naturschutzverwaltung des Landes zu beobachten.
Heute
Bis Ende der 1980-er Jahre standen ca. 2.000 Hektar Moorboden unter landwirtschaftlicher Nutzung . Die Grenzertragsböden wurden größtenteils als Mehrschnittwiese (3 bis 5 Schnitte) bewirtschaftet. Schließlich war in zentralen Teilen des Moores die landwirtschaftliche Grünlandnutzung jedoch mehr oder weniger vollständig aufgegeben worden und die Flächen lagen brach.
Die im Rahmen der Agrarstudie erhobenen Daten zeigen die nachfolgende Situation. Kennzeichnend ist dabei ein hoher Anteil an Haupterwerbsbetrieben, bei welchen der Produktionszweig Milchviehhaltung vorherrscht.
- Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche an der Gesamtfläche beträgt im Projektkerngebiet 32%, im übrigen Projektgebiet 74%, wo Waldanteil und Verbuschung geringer sind als dort und wo auch weniger Brachflächen bestehen.
- Die Bewirtschaftung der Flächen des Projektkerngebietes erfolgt zu fast 100% als Dauergrünland und kann überwiegend als intensiv bezeichnet werden.
- Ackerland findet sich überwiegend zusammenhängend in den höher gelegenen, mineralischen Randbereichen des übrigen Planungsgebietes (rund 29 %) und nur vereinzelt im Kerngebiet (0,7 %).
- Die durchschnittliche Größe der landwirtschaftlich genutzten Fläche beträgt 47,2 Hektar. Der Anteil der Pachtflächen beträgt im Durchschnitt 57%.
- Weitere Ausführungen zur landwirtschaftlichen Nutzung sind in der Beschreibung des Projektgebiets zu finden. Eine ausführliche Beschreibung der landwirtschaftlichen Situation enthalten Kapitel 4 und 6 des Pflege- und Entwicklungsplans, die im PDF-Format heruntergeladen werden können.
Die forstwirtschaftliche Nutzung konzentrierte sich zuletzt auf die Wälder in den Teilgebieten Hornung und Spöcker Fohren. Die Waldflächen im Projektkerngebiet sind überwiegend Staatswald und Gemeindewald. Große Teile des Staatswaldes werden nicht (Bannwald) oder nur sehr extensiv bewirtschaftet. Insgesamt befinden sich im Projektkerngebiet 373 Hektar Staatswald und 54 Hektar Gemeindewald. Die großen Moorwaldbestände im Bereich Tisch und Großer Trauben werden forstlich nicht genutzt. Dasselbe gilt für das Zentrum des Hochmoores Eulenbruck. Das Übrige Projektgebiet ist kaum bewaldet (überwiegend Großprivatwald).
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- aktualisiert am 11.11.2006 17:58:17
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