Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Stiftungsrat besichtigt Weideprojekte im Ried FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Anlässlich seiner Sitzung am Freitag, 30. Juni 2006 besichtigte der Stiftungsrat der Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried die Weideprojekte verschiedener Landwirte im Projektgebiet des Naturschutzgroßprojektes.

Die Mitglieder des Stiftungsrats an einem Weidezaun Die Mitglieder des Stiftungsrats der Stiftung Naturschutz besichtigten die beiden Weideprojekte im westlichen Ried.

Zu den Projektzielen gehört auch die Offenhaltung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die im Wald oder in verbuschten Flächen nicht leben können. Viele dieser so genannten Offenlandarten gehören zu den stark bedrohten Lebewesen, die im Ried entweder schon vorkommen oder wieder eine Heimat finden sollen. Hierzu gehören auch die Wiesenbrüter wie z.B. das Braunkehlchen, der Kiebitz oder die Bekassine, die früher als Riedmeckeler bekannt war, nun aber weitgehend aus der Moorlandschaft verschwunden ist.

Eine Möglichkeit der Offenhaltung der Landschaft ist die extensive Beweidung mit robusten Haustierrassen. Diese fressen selektiv bestimmte Pflanzen und lassen andere stehen. So entsteht eine vielfältig strukturierte Pflanzendecke, die anders aussieht, als wenn alle Pflanzen gleichmäßig abgemäht werden. Lang herausragende Pflanzenstengel und Weidezaunpfähle bieten Ansitzwarten für Vogelarten, die von der reichhaltigen Insektenwelt auf der Viehweide profitieren. Wichtig ist dabei, dass nicht zu viele Rinder auf der Fläche grasen und die Flächen groß genug sind. Solche extensive Weideprojekte können entweder vom Land oder von der Stiftung bezuschusst werden.

Einige Landwirte im Pfrunger-Burgweiler Ried haben sich bereits vorgewagt und mit der extensiven Beweidung im Ried begonnen

Ein Landwirt führt die Gruppe Die Landwirte Huber und Schwellinger informieren vor Ort über Kosten, Risiken und Eigenarten ihrer vierbeinigen Landschaftspfleger.

Im Bereich Ostrach-Waldbeuren hat der Betrieb Josef Schwellinger im vergangenen Jahr vier so genannte Heckrinder angeschafft. Diese Rinderrasse ist eine Rückzüchtung des Auerochsen und gilt als sehr robust und ist für die Landschaftspflege im Feuchtgrünland gut geeignet. Die Tiere haben den langen Winter auf ihrer ca. 16 Hektar großen Weide, die auch ein Waldstück als Unterstand umfasst, im Freien gut überstanden. Im Juni 2006 kam das erste Kalb der Herde zur Welt. Auf einer Fläche von 10,5 Hektar lässt seit Juni 2006 Landwirt Thomas Huber, Egelreute, eine kleine Herde zottelige Schottische Hochlandrinder weiden, die sich noch nicht ganz so zutraulich zeigen wie ihre urigen Verwandten in der Nachbarschaft. Auf den Riedwiesen im Bereich der Ostrach betreibt schon seit Jahren der Nebenerwerbslandwirt Lothar Luib aus Riedhausen Landschaftspflege mit Galloway-Rindern, die auch vor den großen Brennnesselbeständen auf den entwässerten Moorwiesen nicht zurückschrecken. Alle drei Beweidungsprojekte werden über die Landschaftspflegerichtlinie durch das Land Baden-Württemberg bezuschusst.

Landwirte, die ebenfalls an extensiver Beweidung im Projektgebiet des Naturschutzgroßprojektes interessiert sind, können sich mit der Projektleitung in Verbindung setzen

(Aus der Pressemitteilung der Stiftung vom 6. Juli 2006)