Pflanzenwelt
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Aus floristischer Sicht sind im Pfrunger-Burgweiler Ried folgende - gefährdete - Arten von besonderer Bedeutung:
- Torfmoos (Sphagnum imbricatum):

- Die Art kommt sowohl in Hochmooren als auch in Niedermooren, in denen sie in lockeren Decken wächst, vor. Sie ist eine deutschlandweit seltene, atlantische Art. Der Bestand im Projektgebiet (Schnödenwiesen) ist das einzige Vorkommen der Art in Oberschwaben.
- Hochmoor-Hallimasch (Armillariella ectypa):

- Die Art wurde nach 1980 in Deutschland lediglich an zehn Fundorten nachgewiesen.
- Strauch-Birke (Betula humilis):

- Dieses Glazialrelikt ist eine Zwischenmoorpflanze, die auf mäßig nährstoff- und basenreichen Torfen gedeiht. Sie kommt in Baden-Württemberg nur im Alpenvorland vor. Der Bestand im Projektgebiet ist verglichen mit der ursprünglichen Verbreitung stark rückläufig.
- Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina):

- Das konkurrenzschwache Alpen-Fettkraut kommt auf sehr nassen, mesotroph-kalkreichen Standorten vor [mesotroph: Zwischenstufe zwischen eutroph (= nährstoffreich) und oligotroph (=nährstoffarm)], wie sie Quellfluren als Primärlebensräume darstellen. Die sehr lichtbedürftige Art deckt einen Teil ihres Nährstoffbedarfs mittels der als Klebfalle dienenden Blätter. In Baden-Württemberg kommt die Arten nur im Alpenvorland vor, wobei es sich bei dem Bestand im Projektgebiet um das nördlichste Vorkommen in seinem präalpinen Areal handelt.
- Schlankes Wollgras (Eriophorum gracile):

- Diese in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohte Art kommt im Projektgebiet an zwei Standorten vor und bevorzugt nasse, basenreiche und zumeist kalkarme Schwingrasenmoore.
- Fadenwurzel-Segge (Carex chordorrhiza):

- Dieses Glazialrelikt [Eiszeitrelikt] ist im Projektgebiet eine Charakterart des Kleinseggen-Übergangsmoores in mehreren mesotroph-sauren Zwischenmoorflächen [mesotroph: Zwischenstufe zwischen eutroph (= nährstoffreich) und oligotroph (=nährstoffarm)]. Der Bestand ist aufgrund der Austrocknung und der dadurch hervorgerufenen Verbuschung der Zwischenmoorstandorte stark rückläufig.
- Sumpf-Weichwurz (Hammarbya paludosa):

- Äußerst seltene nordische und nordisch-arktische Arten haben hier das nordwestlichste Vorkommen ihres Areals. Die Weichwurz zeigt aufgrund der durch Entwässerung verursachten Austrocknung eine abnehmende Tendenz.
- Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeselii):

- Es besiedelt kalkreiche Zwischen- und Niedermoore (Quellmoore) und ist als lichtbedürftige Art auf offene Vegetationsbestände angewiesen. Die Art wurde im Projektgebiet zuletzt 1985 nachgewiesen und gilt als verschollen.
- Alpen-Wollgras (Trichophorum alpinum):

- Es bevorzugt nasse und basenreiche, jedoch meist kalkarme Zwischenmoore. In Baden-Württemberg kommt es im Alpenvorland und im Schwarzwald vor. Das Alpen-Wollgras weist eine abnehmende Tendenz auf. Es handelt es sich um die einzige rezente, sicher als Glazialrelikt [Eiszeitrelikt] einzustufende Art im Projektgebiet.
- Firnisglänzendes Sichelmoos (Drepanocladus vernicosus):

- Im Projektgebiet ist das Moos nur aus einem Zwischenmoor bekannt. Es kommt an basenreichen, meist kalkarmen, mesotrophen [mesotroph: Zwischenstufe zwischen eutroph (= nährstoffreich) und oligotroph (=nährstoffarm)], lichten Standorten vor.
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- aktualisiert am 9.5.2007 13:07:57
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