Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Einweihung der Fanganlage für die extensive Beweidung FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

am Dienstag, 12.06.2007, 14 Uhr, in Ostrach-Egelreute

Extensive Beweidung – Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz

Wo Grünlandflächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung fallen, erobert der Wald die Landschaft zurück. Dadurch verschwinden so genannte Offenlandarten unter den Pflanzen und Tieren. Ehemals artenreiche Streuwiesen mit seltenen Pflanzen verschwinden unter Busch und Baum oder bei starker Entwässerung unter stickstoffreichen Brennnessel-Hochstaudenfluren.

Eine Möglichkeit der Offenhaltung der Landschaft ist die Mahd – entweder zur Futtergewinnung oder als Pflegemaßnahme.

Highland-Rind an der Fanganlage

Ein anderes Instrument der Landschaftspflege ist die großflächige, extensive Beweidung mit verschiedenen Haustierrassen. (Eine GV ist eine Großvieheinheit mit 500 kg Lebendgewicht): Extensiv heißt hier etwa 0,3–0,5 GV/ha (in Zone 2) bis 0,5–1,0 GV/ha (in Zone 3).

Im Pfrunger-Burgweiler Ried sind bislang sechs landwirtschaftliche Betriebe in die extensive Beweidung mit verschiedenen Rinderrassen eingestiegen. Dies sind im Bereich des Landkreises Sigmaringen : Matthias Schwellinger, Ostrach-Waldbeuren, (Heck-Rinder, seit 2005), Thomas Huber, O.-Egelreute, (Schottische Hochland-Rinder, seit 2006) und Markus Bauknecht, O.-Burgweiler, (Schottische Hochland-Rinder, seit 2006) und Franz Huber, O.-Kalkreute (Angus-Rinder, ab 2007); im Bereich des Landkreises Ravensburg : Lothar Luib, Riedhausen (Galloway-Rinder, seit 2002), Klaus Germann, Wilhelmsdorf (Beltet Galloways, ab 2007) und Christian Kuhn, Wilhelmsdorf (Pinzgauer, ab 2007).

Insgesamt werden etwa 100 ha extensiv beweidet.

Damit die Tiere nicht verwildern, müssen sie regelmäßigen Kontakt zum Menschen (Bezugsperson) haben. Um tierärztliche Untersuchungen und Behandlungen durchführen zu können, müssen die Tiere von Zeit zu Zeit eingefangen werden.

Da wir nicht im „Wilden Westen“ leben und hierzulande die Landwirte nicht zu Pferd und mit dem Lasso die Rinder einfangen, ist eine Fanganlage notwendig. Diese besteht aus mehreren Gattern, die zu einem Choral aufgebaut werden, in den die ganze Herde getrieben bzw. gelockt wird. Der Choral verengt sich zu einem Treibgang, welcher wiederum in einen Behandlungsstand mit Wiegeeinheit mündet. Hier werden die Tiere fixiert und behandelt (Blutentnahme, Verabreichung von Medikamenten) oder gepflegt (Klauenpflege).

Die Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried hat eine solche Fanganlage im Wert von 15.895,73 € angeschafft, um die Landwirte bei der extensiven Beweidung zu unterstützen. Die Anlage wird von der Stiftung Naturschutz zur Verfügung gestellt und von mehreren Landwirten gemeinschaftlich genutzt.

Die Tiere werden von den Landwirten angeschafft oder sind schon im Betrieb vorhanden. Zaunbau und Weide-Infrastruktur (Tränken, Unterstand) werden durch Landschaftspflegemittel des Landes oder ebenfalls über die Stiftung Naturschutz bezuschusst.

Die Gäste lassen sich die Anlage erläutern

Anlässlich des Besuches von Frau Dr. Ulla Steer vom Bundesamt für Naturschutz und von Herrn Winfried Haug vom Landes-Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Stuttgart, im Projektgebiet wird am 12. Juni 2007 die neue Fanganlage im Beisein des Vertreters des Regierungspräsidiums Tübingen , Referat 56, Dr. Burkhard Schall, der Stiftungsvorstände Dieter Dziellak und Dr. Hans Gerstlauer, des Vorsitzenden des Stiftungsrates Herbert Barth gemeinsam mit der Projektleitung und den Landwirten eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

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