Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

Kompass

Beginn der Vernässungsmaßnahmen im Hochmoor - Holztransport per Hubschrauber FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Waldarbeiter beim Anbringen der Transportseile des Hubschraubers an die Holzstämme

Wie unlängst berichtet , beginnen in den nächsten Wochen die ersten Baumaßnahmen zur Rückvernässung im Hochmoor "Tisch" im Pfrunger-Burgweiler Ried. Um hier wieder natürliche hydrologische Verhältnisse herstellen zu können und das Regenwasser im Hochmoor zurückzuhalten, werden die in der Vergangenheit angelegten Entwässerungsgräben mit Querbauwerken verschlossen. Die Querbauwerke bestehen zum Teil aus rundholz-armierten Torfwehren, zum Teil aus reinen Torfwehren, die in die Gräben eingebracht werden. Insgesamt wurden aufgrund der hydrologischen Voruntersuchungen 66 Wehre (davon 24 stammholz-armiert) geplant, um die Gräben zu kammern und das Niederschlagswasser in die Fläche auszuleiten.

Der Transportflug beginnt

Für die rundholz-armierten Wehre werden mit einem Spezialbagger ca. 15 m lange und ca. 20 bis 25 cm starke "Piloten" (angespitzte und entastete Fichtenstämme) jeweils in Doppelreihen in den Moorboden gerammt und der Zwischenraum zur Stabilisierung mit "Rundholz-Querliegern" aufgefüllt. Danach wird dieses "Gerüst" mit gewachsenem, wenig zersetztem Torf aus dem Umfeld der Wehre aufgefüllt. Die Fichtenstangen dienen der Stabilität der Torfwehre, der Torf selbst dichtet ab und macht das Wehr wasserundurchlässig.

Zur Schonung der druckempfindlichen Hochmoorvegetation (vorwiegend Torfmoose) werden die im benachbarten Staatswald "Hornung" geschlagenen Fichtenstämme per Hubschrauber in den "Tisch" an Ort und Stelle eingeflogen.

Für den Hubschrauber-Transport des Holzes beauftragte die Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried die Firma Helix Fluggesellschaft mbH in Neuenstein (Hohenlohekreis).

Der Hubschrauber fliegt zur Baustelle

Am Dienstag, 23.10. und am Mittwoch, 24.10.2007 flog der Hubschrauber im Minutentakt die Baumstämme von den Holzlagerplätzen an die geplanten Baustellen im Hochmoor. Diese wurden von der Forstverwaltung in den vergangenen Wochen frei geschlagen, damit der Bagger hier arbeiten kann. Der Hubschrauber kann maximal 1400 kg, d.h. zwei bis drei Stämme, pro Flug transportieren.

Der Zweite Vorstand der Stiftung Naturschutz Dr. Hans Gerstlauer, Bürgermeister von Wilhelmsdorf, der Stiftungsratsvorsitzende Christoph Schulz, Bürgermeister von Ostrach sowie die Projektleiter Stephan Romer und Pia Wilhelm beobachteten zeitweise die Transportflüge und informierten die Vertreter der Presse vor Ort über die Maßnahmen.

Die Arbeiten des Transporthubschraubers wurden im Gelände begleitet von dem mit der Planung beauftragten Ingenieurbüro Dr. Kapfer, Tuttlingen.
Aus Sicherheitsgründen wurde das Gelände während der Transportflüge weiträumig abgesperrt. Ab Anfang November wird dann der Spezialbagger die Arbeiten an den Baustellen im Hochmoor "Tisch" aufnehmen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel. 07503 / 916541 (Herr Romer), Tel. 07503 / 739 (Frau Wilhelm) oder über unser Kontaktformular .