Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

Kompass

Bauarbeiten zur Wiedervernässung im Hochmoor "Tisch" bei Ostrach FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Einladung zur öffentlichen Begehung mit Information im Gelände am 29.11.2007

Wie berichtet, transportierte am 23. und 24. Oktober ein Lasten-Hubschrauber 165 entastete Fichtenstämme in das empfindliche Hochmoor "Tisch" südlich von Ostrach-Burgweiler. Hier hat nun am 7. November ein Spezialbagger der Firma "Terratop® H. Hobmaier GmbH" aus Bodenkirchen (Kreis Landshut, Bayern) damit begonnen, das Holz in Form von Querbauwerken in die Entwässerungsgräben einzubauen, die dem Moor das lebenswichtige Wasser entziehen.

Gerade einmal 140 g bringt der "leichtfüßige", aber dennoch leistungsstarke, speziell für solche Zwecke angepasste, Bagger mit extrabreiter "Schuhgröße" (1,40 m Spurbreite auf jeder Seite) an Druckbelastung auf einen cm² Bodenfläche. Das war die Voraussetzung, um die druckempfindliche Moorvegetation möglichst wenig zu schädigen. Der Baggerfahrer, der bereits bei mehreren Wiedervernässungsprojekten viel Erfahrung gesammelt hat, ist derzeit daran, die für den "Tisch" geplanten 66 Torfwehre einzubauen. Bei 24 Wehren rammt der Bagger die ca. 15 m langen und ca. 20 bis 25 cm starken "Piloten" (angespitzte und entastete Fichtenstämme) jeweils in Doppelreihen in den Moorboden und füllt den Zwischenraum zur Stabilisierung mit "Rundholz-Querliegern" auf. Danach wird dieses "Gerüst" mit gewachsenem, wenig zersetztem Torf aus dem Umfeld der Wehre aufgefüllt.

Hierdurch entstehen neben den Wehren Kleingewässer, die – zumindest vorübergehend - seltenen Hochmoor-Libellen und Amphibien (z. B. Moorfrosch) als Lebensraum dienen können. Die Fichtenstämme dienen der Stabilität der Torfwehre, der Torf selbst dichtet ab und macht das Wehr wasserundurchlässig. Die fertigen Bauwerke werden dann mit den zuvor abgehobenen Soden und mit Reisig überdeckt, damit sie regelrecht in den umgebenden Torfboden "einwachsen" können. An 42 Stellen genügt aufgrund hydrologischer Voruntersuchungen ein "Torfpfropfen" im Graben, damit das kostbare Niederschlagswasser zurückgehalten wird.

Die Maßnahmen sind wesentlicher Bestandteil des Naturschutzgroßprojektes zur Renaturierung der Moorlebensräume, das von Bund (65 %), Land (25 %) und der Stiftung Naturschutz (Landkreise, Gemeinden Ostrach, Wilhelmsdorf, Riedhausen und Königseggwald sowie Schwäbischer Heimatbund e. V., zusammen 10 %) finanziert wird.

Zur Information der Öffentlichkeit lädt die Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried am Donnerstag, 29.11.2007 zu einer Ortsbegehung ein, bei der Auftraggeber und Auftragnehmer die Maßnahmen vor Ort erläutern. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr am Parkplatz beim Freigelände des Grenzsteinmuseums bei Ostrach-Burgweiler. Von hier aus geht es in Fahrgemeinschaften weiter zur Baustelle, wo der Spezialbagger "live" bei der Arbeit beobachtet werden kann.

Es wird dringend davor gewarnt – vor allem zur eigenen Sicherheit – die Baustelle und die Wehre zu betreten!
Information zu den Maßnahmen und zum Naturschutzgroßprojekt erhalten Sie unter Telefon 07503 / 916541

Pia Wilhelm, Projektleitung