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Bau einer neuen Brücke über die Ostrach FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Für eine weitere Maßnahme im Naturschutzgroßprojekt ist der Weg geebnet: Zur Beruhigung der zentralen Moorzone, die gleichzeitig auch für die Entwicklung eines großen Bannwaldgebietes vorgesehen ist, wird der landwirtschaftliche und motorisierte Verkehr im Bereich Ostrach-Laubbach künftig über eine neu zu erstellende Brücke über die Ostrach geleitet. Die alte Brücke soll für den motorisierten Verkehr gesperrt werden und im Rahmen des Besucherkonzeptes für Wanderer und Radfahrer erhalten bleiben.

Acht Männer beim Spatenstich Die Stiftung Naturschutz lud die Entscheidungsträger, die Geldgeber sowie die Beteiligten vor Ort zum "Ersten Spatenstich" an der Brücken-Baustelle ein.

Am Freitag, 5. Oktober 2007 war es dann soweit: Vertreter der Stiftung Naturschutz, des Landes und der ausführenden Firmen führten den ersten Spatenstich zu den Bauarbeiten bei Laubbach durch.

In seiner Begrüßung wies Dieter Dziellak, Erster Vorstand der Stiftung Naturschutz darauf hin, dass genau vor 5 Jahren im Sitzungssaal des Landkreises in Freiburg/Breisgau die Übergabe des Zuwendungsbescheides für das Naturschutzgroßprojekt stattgefunden habe. Er bedauerte, dass die Planungen für die Maßnahmen sich so lange hingezogen haben. Gleichzeitig dankte er dem Ersten Landesbeamten des Landkreises Sigmaringen Rolf Vögtle für die kurze Dauer von 3 Monaten des Genehmigungsverfahrens zu dieser Baumaßnahme. Weiterhin dankte er dem ehemaligen Stiftungsratsvorsitzenden und Bürgermeister a. D. Herbert Barth, dass er sich für den Bau des Wirtschaftsweges und der Brücke in der geplanten Breite eingesetzt habe. Er betonte, dass der zu bauende Weg und die Brücke eine Ersatzmaßnahme für die bestehende Verbindung über die Ostrach sind, die nun beruhigt werden soll. Die Brücke diene nicht nur dem landwirtschaftlichen Verkehr, sondern ist eingebunden in das zukünftige Wander- und Radwegenetz im Rahmen des Besucherangebotes im Naturschutzgroßprojekt.

Er dankte auch den Grundstücksbesitzern, die ihre Wiesengrundstücke für die neue Verbindung verkauft haben, was nicht selbstverständlich sei. Die Wegegrundstücke und die Brücke gehen später in das Eigentum der Gemeinde Ostrach über, die dann auch für die Unterhaltung zuständig sein wird. Dieter Dziellak wünschte den Bauarbeiten einen guten Verlauf, zu dem die Stiftung Naturschutz und die Projektleitung das Nötige beitragen werde.

Ein Bagger bei den ersten Hubarbeiten

Der neue Bürgermeister von Ostrach, Christoph Schulz, verwies auf den schwierigen Bauuntergrund von 10 Meter Torf, der die ausführende Firmen fordere. Mit dem Ingenieurbüro K. Langenbach aus Sigmaringen und der Firma Reisch aus Bad Saulgau habe man sich hier jedoch Profis eingekauft, denen er eine erfolgreiche Abwicklung der Bauarbeiten wünschte.

Dipl. Ing. Torsten Novinsky, zuständiger Mitarbeiter des Ingenieurbüros Langenbach, erläuterte anschließend die technischen Details der Baustelle: In der relativ kurzen Planungszeit habe sich die Frage ergeben, wie mit dem schwierigen Bauuntergrund umzugehen sei. Ursprünglich sei als Gründung des Weges ein Holzknüppeldamm nach "alter Väter Sitte" geplant gewesen. Dann aber sei der Preis für Schwachholz aufgrund der großen Nachfrage so gestiegen, dass das Festhalten an dieser Planung den Budgetrahmen gesprengt hätte. Nun wird der Weg in Geotextil-Bauweise hergestellt.

Da der Erddamm sich nach und nach setze und verdichte, wurde die Dammschüttung nun vorgezogen. Der eigentliche Wegebau beginnt dann nach der Setzung des Bodens im Frühjahr. Die Brücke selbst wird auf Holzpfähle gebaut. Das hat sich in der Vergangenheit an berühmten Bauwerken bereits bewährt: Das Ulmer Münster, Venedig, Berlin sind teilweise auf Holzpfähle gegründet. Im Falle der neuen Ostrachbrücke werden es 26 Holzpfähle sein, die bereits im letzten Winter geschlagen wurden und bereit liegen. Darauf wird ein Stahl-Beton-Widerlager aufgesetzt, auf das wiederum eine Holzkonstruktion gelagert wird.

Die Brücke wird die Ostrach 9 m lang überspannen und 3,50 m breit sein. Der Weg wird insgesamt 530 m lang, die Fahrbahn ebenfalls 3,50 m breit mit einer Ausweichstelle für den Begegnungsverkehr. Insgesamt sollen 4.500 t Kies verbaut werden, der aus den Kiesvorkommen vor Ort stammt und damit ebenfalls ein "regionales Produkt" ist, das vom letzten Eiszeitgletscher "geliefert" wird.

Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich laut Kostenvoranschlag auf etwa 307.000 €. Herr Novinksy wünschte der Baustelle ebenfalls einen unfallfreien und reibungslosen Verlauf, bevor er zusammen mit den anderen Beteiligten unter den neugierigen Blicken der benachbarten Herde von Jungrindern den Spaten ergriff und neben dem neu erstellten Bauschild die Baustelle eröffnete.