Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Genuss vom Ried - Erster Ried-Weidetag im Pfrunger-Burgweiler Ried FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Am Sonntag, 19. Oktober 2008 lädt die Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum des Schwäbischen Heimatbundes in Wilhelmsdorf und den beteiligten Landwirten von 11 bis 17 Uhr zum Ersten Ried-Weidetag im Pfrunger-Burgweiler Ried ein.

Weitere Informationen und Anmeldung zum Wanderreiten durchs Ried im Naturschutzzentrum des Schwäbischen Heimatbundes unter Tel. (07503) 739. Das ganze Programm finden Sie auch hier als pdf-Datei zum Herunterladen .

Lesen Sie auch den ausführlichen Bericht mit Bildern über den Ried-Weidetag.

Ein Ziel im Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried ist die extensive Nutzung, aber auch die Offenhaltung ehemals intensiv bewirtschafteter Riedwiesen. Seit dem Jahr 2005 haben - in Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz (Projektträger) - bereits sieben Landwirte begonnen, Naturschutzflächen mit verschiedenen robusten Rinderrassen zu beweiden. Diese ersetzen die maschinelle Pflege und schaffen die Grundlage für eine größere Artenvielfalt.

Rind mit langen Hörnern Scottish Highland (alle Fotos: Pia Wilhelm)

Im Rahmen eines von PLENUM Allgäu-Oberschwaben geförderten Projekts wird im Auftrag des Landschaftserhaltungsverbandes Höchsten-Dornacher Ried (LEV) eine Marketingstudie zum Absatz dieser Tiere erarbeitet. Da ein Teil des Projektgebietes auf Gemarkung Ostrach, also im Landkreis Sigmaringen liegt, beteiligt sich die nördliche Riedgemeinde ebenfalls an der Finanzierung der Studie. Ein Ziel dieser Studie ist es, eine Vermarktung der natürlich und ohne Kraftfuttereinsatz aufgewachsenen Tiere aufzubauen, welche sich durch kurze Transportwege und der regionalen Verarbeitung zu Fleisch- oder Wurstwaren auszeichnet. Auftragnehmerin ist die Agraringenieurin Sabine Behr aus Wilhelmsdorf-Höhreute, die bereits in anderen Vermarktungsprojekten Erfahrungen gesammelt hat und nun die extensive Beweidung im Naturschutzgroßprojekt, die beteiligten Landwirte sowie das lokale und regionale Gewerbe wie Metzgereien und Gastronomiebetriebe miteinander vernetzt und dafür sorgt, dass "die Landschaft auf den Teller" kommt.

Rinder auf der Weide Galloway-Rinder in der Abendsonne

Im Herbst 2008 gibt es nun die ersten Schlachttiere, welche auf den Riedweiden naturnah aufgewachsen sind und sich durch eine hervorragende Fleischqualität auszeichnen. Als Auftakt- und Informationsveranstaltung findet der erste Ried-Weidetag statt, der Informationen zu den Besonderheiten der verschiedenen Rassen, zur Aufzucht der Tiere sowie ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie bietet.

Start ist um 11 Uhr an vier verschiedenen Punkten rings ums Ried, wo die Bürgermeister der vier Riedgemeinden die Teilnehmer begrüßen und mit der Pferdekutsche die erste Runde drehen. Der Bürgermeister von Wilhelmsdorf Dr. Hans Gerstlauer wird am SHB-Naturschutzzentrum starten, der Bürgermeister von Ostrach Christoph Schulz wird die Gäste am Grenzsteinmuseum (Freigelände bei Burgweiler) begrüßen, Bürgermeister Ekkehard Stettner von Riedhausen heißt die Besucher am Ried-Parkplatz bei der Ostrach willkommen und in Laubbach werden die Gäste von einem Vertreter der Gemeinde Königseggwald begrüßt.

Rinder auf der Weide Heckrinder

Besucher können mit dem Fahrrad oder mit Pferdekutschen rings ums Ried von Weide zu Weide fahren oder zu Fuß das Ried erwandern. An den sieben verschiedenen Weiden informieren die Landwirte über ihre Tiere und laden bei Aktionen zum Mitmachen ein. Außerdem kann man sich hier mit kleinen Wurst-Kostproben (ohne Geschmacksverstärker), den Ried-Schmeckern , Brot oder Kuchen stärken. Zum großen Genuss aus dem Pfrunger-Burgweiler Ried lädt das Landhotel Alte Mühle in Ostrach-Waldbeuren ein, wo kulinarische Köstlichkeiten vom ersten geschlachteten Schottisch Highland-Bullen in einer Aktionswoche ab dem 19. Oktober angeboten werden. Familie Krämer, Inhaberin der Alten Mühle , legt großen Wert auf eine regionale Küche und freut sich, ihren Gästen diesen Genuss anbieten zu dürfen. Um Tisch-Reservierungen wird unter 07585-939-0 wird gebeten.

Rinder im Gras Pinzgauer Rinder

Die Landschaftspflege der Naturschutzflächen mit robusten Rinderrassen funktioniert nur, wenn die vierbeinigen Landschaftspfleger auch vermarktet werden können. Die Landwirte erhalten zwar eine finanzielle Unterstützung für diese extensive Nutzung, stecken aber auch viel Zeit und Mühe in die Pflege und Unterhaltung ihrer Tiere. So müssen die Herden und Weidezäune regelmäßig kontrolliert werden, die manchmal nicht ganz zutraulichen Tiere müssen durch täglichen Kontakt zum Landwirt bei Laune gehalten werden, um sie bei Bedarf auch tiermedizinisch behandeln und Pediküre durchführen zu können.

Zu diesem Zweck wurde von der Stiftung Naturschutz eine Fanganlage für die gemeinschaftliche Nutzung angeschafft, die beim ersten Ried-Weidetag auch vorgeführt wird. Weitere Attraktionen werden eine Stroh-Hüpfburg, eine Schatzsuche im Heuhaufen, Geschicklichkeitsspiele und eine Riedrallye sein, bei der es auch Preise zu gewinnen gibt. Auch Pferde sind an diesem Tag mit von der Partie: Kinder können bei einer Weide auf dem Pony reiten, Erwachsene können nach Voranmeldung auf dem Pferd durchs Ried reiten. Auf einer Weide werden Pferde dazu eingesetzt, die Kühe auf stressfreie Art von A nach B zu bewegen. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt, allerdings fahren die Pferdekutschen nicht bei starkem Regen.

(Pia Wilhelm, SHB-Naturschutzzentrum und Mitarbeiterin der Projektleitung im Naturschutzgroßprojekt)