Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Bauarbeiten für die Wiedervernässung im im Hochmoor "Großer Trauben" beginnen FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Nächster Meilenstein im Großprojekt in Angriff genommen

Nachdem im November und Dezember 2007 die Vernässungsmaßnahmen im Hochmoor Tisch auf Gemarkung Ostrach-Burgweiler durchgeführt wurden, stehen nun die Bauarbeiten für die Wiedervernässung im Herzstück des Projektgebietes an - im Hochmoor Großer Trauben. Die Bauarbeiten werden wiederum in den Wintermonaten durchgeführt, um Vegetation und Tierwelt zu schonen. Zu diesem Zweck wurden auch bei dieser Maßnahme die bei den Stauwehren zu verbauenden Baumstämme mit einem Lasten-Hubschrauber in das Hochmoor eingeflogen.

Baumstämme an einem Hubschrauber Die Stämme werden transportiert.

Am Montag, 20.10.2008, und Dienstag, 21.10.2008, flog der Hubschrauber der Firma Helix, Neuenstein, wiederum im Minutentakt, um 196 Fichtenstämme an die von der Forstverwaltung des Landkreises Sigmaringen vorbereiteten Baustellen im Hochmoor zu transportieren, um die sehr druckempfindliche Vegetation, die zum großen Teil aus Torfmoosen besteht, zu schonen. Revierleiter Wolfgang Richter, der bereits im Tisch die Holzarbeiten leitete, sorgte auch im bereits bestehenden Bannwald Großer Trauben mit großer Sensibilität dafür, dass kein Baum zuviel gefällt wurde. Hier gilt es, forstliche Zielsetzungen und Naturschutz-Belange unter einen Hut zu bringen.

Insgesamt werden im Großen Trauben ca. 70 Querbauwerke in die Entwässerungsgräben eingebaut, um das weitere Austrocknen des Hochmoors zu verhindern, das naturschutzfachlich von internationaler Bedeutung und damit Kernstück des Naturschutzgroßprojektes ist. Wie bereits im benachbarten Tisch werden hier mit Fichtenstämmen verstärkte und reine Torfwehre eingebaut, damit das Regenwasser, von dem das Hochmoor (= Regenmoor) abhängig ist, nicht zu schnell abfließt, sondern in die Fläche geleitet wird, wo dann die typische Hochmoorvegetation wieder wachsen kann. Über 300 gleichmäßig gewachsene und ca. 15 bis 20 Meter lange Fichtenstämme werden in den Rundholzarmierten Stauwehren verbaut und mit gewachsenem unzersetzten Torf abgedichtet. Die Bauwerke werden so eingebaut, dass sie mit der Umgebung verwachsen und das Regenwasser optimal zurück halten.

Männer vor einem Hubschrauber Die Helix-Piloten.

Um die Stauwehre möglichst schonend einzubauen, sind auch im Teilgebiet Großer Trauben Spezialfahrzeuge mit geringem Bodendruck und Personal mit geeigneter Qualifikation erforderlich. Den Auftrag für die Bauarbeiten im Großen Trauben hat die Stiftung Naturschutz nach beschränkter Ausschreibung unter bestimmten Kriterien an die Firma Matthias Strobel, Pfullendorf, vergeben. Die Durchführungsplanung wurde auch hier durch das Ingenieurbüro Dr. Kapfer, Tuttlingen, erarbeitet, die im Auftrag der Stiftung Naturschutz auch die Bauüberwachung innehat. Die Bauarbeiten haben gleichzeitig mit dem Hubschraubereinsatz am 20. Oktober 2008 begonnen und sollen voraussichtlich bis Ende Februar 2009 abgeschlossen sein.

Bagger im Wald Baggerarbeiten im Großen Trauben.

Aufgrund seiner besonderen ökologischen Bedeutung wurde der wegen seiner Form so benannte Große Trauben bereits vor dem Zweiten Weltkrieg unter Schutz gestellt. Einstmals diente es den Herren zu Fürstenberg als Jagdgebiet. Das damals noch zahlreich vorhandene Birkwild ist hier jedoch seit langem ausgestorben. Heute ist dieser ca. 200 Hektar große - europaweit stark bedrohte - Lebensraum Hochmoor mit seinen hoch spezialisierten Pflanzen und Tieren einer der Hauptgründe, warum das zweitgrößte Moor in Südwestdeutschland in das Förderprogramm des Bundes aufgenommen wurde. Dieser fördert das auf 10 Jahre angelegte Projekt mit 65%, das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit 25% an der Projektsumme und den Eigenanteil von 10% muss der Projektträger, die Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried aufbringen, die sich aus den beiden Landkreisen Sigmaringen und Ravensburg, aus den vier Riedgemeinden Ostrach, Wilhelmsdorf, Riedhausen und Königseggwald sowie dem Schwäbischen Heimatbund e.V. zusammensetzt.

Die Stiftung Naturschutz weist darauf hin, dass die Begehung der Baustellen lebensgefährlich sein kann. Ohnehin ist das Betreten des Naturschiutzgebietes Großer Trauben nicht erlaubt. Informationen bei der Stiftung Naturschutz unter Telefon (07503) 916541.