Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Sie sind hier: Aktuelles und Termine / Ried-Weidetag / Bericht 19.10.2008

Viele Besucher beim ersten Ried-Weidetag FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Ungezählt sind die vielen Besucher, die am Sonntag, 19. Oktober 2008, bei strahlendem Herbstwetter den ersten Ried-Weidetag im Pfrunger-Burgweiler Ried erlebten, zu dem die Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum des Schwäbischen Heimatbundes in Wilhelmsdorf eingeladen hatte.

ausgestopfter Biber Begrüßung durch den Wilhelmsdorfer Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer (Mitte) sowie Pia Wilhelm, Leiterin des SHB-Naturschutzzentrums (links)

Um 11 Uhr begrüßten die Bürgermeister der am Großprojekt vier beteiligten Riedgemeinden Wilhelmsdorf, Ostrach, Riedhausen und Königseggwald die Besucher und eröffneten die Kooperationsveranstaltung. Dr. Hans Gerstlauer verwies am SHB-Naturschutzzentrum auf das Engagement der Gemeinden im Naturschutzgroßprojekt, das neben der Wiedervernässung des Moores unter anderem auch die Offenhaltung der Riedwiesen durch extensive Beweidung als Ziel hat. Pia Wilhelm, Leiterin des Naturschutzzentrums und Mitarbeiterin der Projektleitung erläuterte, was es mit der extensiven Beweidung auf sich hat. Wichtig dabei ist nämlich, dass nicht zu viele Tiere auf der Fläche stehen. Nur so wirkt sich die Beweidung positiv auf die Artenvielfalt aus. Da die Herden wachsen und die Landwirte mit der Beweidung auch Geld verdienen wollen, ist es wichtig, dass eine Vermarktung der Tiere stattfindet.

Kutschfahrt unter Birken Planwagenfahrt mit Erich Kuhn

Zu diesem Zweck hat der Landschaftserhaltungsverband Höchsten-Dornacher Ried (LEV) eine von PLENUM Allgäu-Oberschwaben und der Gemeinde Ostrach geförderte Vermarktungskonzeption in Auftrag gegeben, da die Vermarktung nicht über das Großprojekt organisiert werden kann. Agraringenieurin Sabine Behr, die bereits Erfahrungen in anderen Vermarktungsprojekten sammeln konnte und nun in der Gemeinde Wilhelmsdorf wohnhaft ist, wurde damit beauftragt, die beteiligten Landwirte, Metzgereien, Gastwirte und den regionalen Einzelhandel zusammen zu bringen, um die Fleischprodukte aus dem Beweidungsprojekt auf den Teller zu bringen. Hier kann der Verbraucher den direkten Bezug zu seinem Nahrungsmittel und der Landschaft, in der diese heranwachsen, erleben.

Erster Ried-Weidetag

offenes Zelt auf einer Wiese Infostand der Landwirte Huber und Bauknecht

Als Auftakt- und als Informationsveranstaltung für die Vermarktung fand nun der erste Ried-Weidetag statt. Die Weiden der sieben bisher beteiligten Landwirte liegen rings ums Ried verteilt und konnten mit dem Fahrrad, der Pferdekutsche, dem Planwagen oder den Kleinbussen der Feuerwehren Wilhelmsdorf und Ostrach angefahren werden. Auch ein Bus der Firma Bühler, Wilhelmsdorf, stand in Reserve bereit. Zwar hakte die Transport-Logistik ein wenig und manch ein Besucher musste etwas länger auf die Weiterfahrt warten als geplant, aber das schöne sonnige Wetter ließ die Laune nicht all zu sehr in den Keller sinken, zumal die Landwirte mit ihren tollen Aktionen und Infoständen mit Verpflegung zum Verweilen einluden.

Menschen auf Pferden Tina und Walter von TW-Cowhorses beim Rinder-Treiben

So konnte man bei Burgweiler erleben, wie die Reiter von TW-Cowhorses die Herde von Landwirt Franz Huber auf die sanfte Tour in die von der Riedstiftung finanzierte Fanganlage trieben. Bei Landwirt Matthias Schwellinger, Waldbeuren, konnten sich die Kinder auf die Suche nach dem Schatz im Heuhaufen machen, am Gemeinschaftsstand der Landwirte Thomas Huber und Markus Bauknecht beim Ringe-Werfen auf Kuh-Hörner die Geschicklichkeit testen und für einen kleinen Obolus auf den Ponys des Reiterhofs Kesenheimer von der Rotachmühle reiten.

Info-Wagen auf einer Wiese Infostand von Landwirt Germann

Großen Anklang fanden auch die Stroh-Hüpfburg bei der Weide von Christian Kuhn am Lindenhof sowie die Ziegen und Kälber im Streichelzoo bei der der Weide von Familie Klaus Germann.

Mann an einem Stand Franz Spannenkrebs, Biber-Beauftragter des Regierungs- präsidiums Tübingen, am Biber-Infostand

An der Ostrach-Brücke bei Riedhausen informierte Franz Spannenkrebs , der Biber-Manager des Regierungspräsidiums Tübingen, über den fleißigen vierbeinigen Landschaftsarchitekten im Ried. Unweit davon informierte Familie Luib über ihre Galloways, mit denen sie seit Jahren Flächen des Schwäbischen Heimatbundes beweiden.

Mann mit einem Fleischprodukt in der Hand Familie Luib informiert über Galloways

Bei der Riedrallye des Naturschutzzentrums waren Fragen über das Ried und die Rinder zu beantworten. Leider war es nicht allen Teilnehmern möglich, alle Stationen zu besuchen und alle Aufgaben zu lösen. Das Ried ist mit seinen 2600 Hektar Ausdehnung halt doch ganz schön weitläufig und nicht unbedingt an einem Tag zu bewältigen - selbst für die geübten Pferde und Reiter der Wanderreitstation TARA vom Höchsten.

Besucher betrachten Pferde Pferde am SHB-Naturschutzzentrum

Dennoch überwog die positive Stimmung und die Begeisterung für das Programm an diesem Tag. Viele entdeckten das Ried neu und kamen in Ecken, die sie noch nicht kannten. Insbesondere die verbindenden Aspekte kamen gut an: zwischen den Gemeinden über die Landkreis-Grenze hinweg, zwischen Erzeugern und Verbrauchern, zwischen Landwirtschaft und Naturschutz und nicht zuletzt zwischen den Generationen; denn vom Kleinkind bis zu den Urgroßeltern waren alle unterwegs und konnten den Genuss vom Pfrunger-Burgweiler Ried testen. An den Weideständen gab es Riedschmecker oder Rindslyoner zu vespern, im Landhotel Alte Mühle in Waldbeuren konnte man sich eines der delikaten Gerichte vom ersten Scottisch Highland-Bullen als Tafelspitz über Burgunderbraten bis hin zum Filetsteak auf der Zunge zergehen lassen. So dauerte denn die Highland -Aktionswoche auch nur vier Tage - dann war nichts mehr vorrätig von dem natürlich aufgewachsenen, qualitativ hochwertigen Fleisch vom Ried.

Kutschfahrt Ausflug mit Kutscher Keller

Als nächstes stehen nun zwei Belted Galloways vom Betrieb Germann in Wilhelmsdorf-Tafern und ein Pinzgauer Rind vom Betrieb Kuhn auf dem Lindenhof zur Vermarktung an. Fleisch-Interessenten setzen sich am besten direkt mit den Landwirten in Verbindung. Natürlich sind den Fleischmengen Grenzen gesetzt, aber das macht den Genuss vom Pfrunger-Burgweiler Ried auch so besonders!

Ein ganz großes Dankeschön an alle, die zum Gelingen des ersten Ried-Weidetags beigetragen haben, insbesondere:

Die Gewinner der Riedrallye werden vom SHB-Naturschutzzentrum persönlich informiert und können ihre Preise hier abholen.

(Pia Wilhelm, Leiterin SHB-Naturschutzzentrum / Projektleitung)