Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Reges Interesse bei Führung im Projektgebiet am 8.5.2010 FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Menschen auf einer Wiese Dr. Alois Kapfer (links mit Hut) erläutert die Besonderheiten der Moorlandschaft.

Etwa 30 Bürgerinnen und Bürger zumeist aus der engeren Umgebung des Projektgebiets haben am vergangenen Samstag, 08.05.2010 an einer Führung mit dem von der Riedstiftung beauftragten Planer Dr. Alois Kapfer aus Tuttlingen teilgenommen.

Projektleiter Bernd Reißmüller begrüßte bei ausnahmsweise sonnigem Wetter die interessierte Runde am Treffpunkt in Egelreute und führte in den Stand der Maßnahmen im Naturschutzgroßprojekt ein. Die Projektmittel werden zu 65% vom Bund, zu 25% vom Land und zu 10% von der Stiftung Naturschutz getragen, die sich aus den vier Riedgemeinden Ostrach, Wilhelmsdorf, Riedhausen und Königseggwald, den beiden Landkreisen Sigmaringen und Ravensburg sowie dem Schwäbischen Heimatbund zusammensetzt. Dr. Kapfer, der sich auch intensiv mit der Landschaftsgeschichte beschäftigt, zitierte aus alten Schriften über die Anfänge der Vermessung und der Nutzung des Hochmoors Großer Trauben, das vor der Haustür Egelreutes liegt. Er führte die Teilnehmergruppe den alten Viehtrieb hinunter zu den Fohren , wie dieser Bereich früher genannt wurde. Dann ging's den Hornbach entlang zum Randbereich des Hochmoors Große Traube , wo Planer und Teilnehmer über Ziel und Bedeutung der Maßnahmen der Wiedervernässung diskutierten. Kapfer erklärte den Aufbau des Moores und warum es so wichtig ist, dass das Wasser im Moor bleibt und nicht möglichst schnell zur Ostrach hin abgeleitet wird. Er wies auf die Funktion des Moores als Lebensraum für ganz besondere Tier- und Pflanzenarten und als Kohlenstoffspeicher hin, der sich bei Entwässerung als Kohlendioxidschleuder entwickelt.

Der Rückweg führte die Gruppe an den Schottischen Hochlandrindern vorbei, die wie auch die Herden von sechs anderen Landwirten im Rahmen des Großprojekts Flächen des Landes, der Stiftung Naturschutz und des Schwäbischen Heimatbundes beweiden. Fleisch und Wurstwaren dieser Tiere werden unter dem Namen Genuss vom Pfrunger-Burgweiler Ried vermarktet und sind in der Gastronomie und im Einzelhandel in Wilhelmsdorf und in Ostrach oder bei den Landwirten direkt erhältlich. So greifen im Projektgebiet Naturschutz, Landwirtschaft und Regionalentwicklung sinnvoll ineinander und auch der wachsende Tourismus in der Ferienregion Nördlicher Bodensee findet hier im Pfrunger-Burgweiler Ried ein lohnendes und attraktives Urlaubs- und Ausflugsziel.