Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried

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Naturschutzgroßprojekt Pfrunger-Burgweiler Ried - Vorstellung des Besucherkonzepts FunktionDiesen Text vorlesen lassen (öffnet neues Fenster)

Angenehm überrascht zeigten sich einige Gemeinderäte vom Besucherkonzept, das Dr. Alois Kapfer vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Tuttlingen dem Gremium in Wort und Bild vorstellte.

Aufbauend auf dem von ihm erstellten Pflege- und Entwicklungsplan wurde ein Konzept in Zusammenarbeit mit der Projektleitung und dem Vorstand der Stiftung Naturschutz erarbeitet, welches weit über das rein naturschutzfachlich orientierte Besucherlenkungskonzept hinausgeht und Naturschutz mit Tourismus und Regionaler Wertschöpfung verbindet .

Es ermöglicht einheimischen und ortsfremden Besuchern, das Moor zu erleben, ohne empfindliche Bereiche zu beeinträchtigen. An so genannten "Willkommenspunkten" rings ums Ried sollen Gäste empfangen und auf die Bedeutung des zweitgrößten Moores Südwestdeutschlands hingewiesen werden. An besonderen Riedparkplätzen können Besucher ihr Auto abstellen, um von hier aus das Gebiet auf vielen verschiedenen Rundwegen zu erwandern. Auch ein großer familienfreundlicher Rad-Rundweg ist geplant. Die Radwege sollen weitestgehend vom motorisierten Verkehr (mit Ausnahme des landwirtschaftlichen Verkehrs) und ohne großen Höhenunterschiede geführt werden – nach dem Motto "Radeln wie in Holland".

An den Rad- und Wanderwegen informieren Schautafeln über Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt, der Landschafts- und Nutzungsgeschichte des Riedes. Aussichtsplattformen und –türme ermöglichen ungewöhnliche Aussichten auf die reizvolle Moorlandschaft und die Beobachtung von Tieren. Ein Hängebrückenpfad soll Einblicke in die Vegetation trittempfindlicher Bereiche gewähren, ohne Schäden anzurichten. Erlebnisstationen sollen die kreative Auseinandersetzung mit der Natur fördern.

Als Attraktion und verbindendes Element zwischen Wilhelmsdorf und Ostrach ist die Reaktivierung und der Ausbau der ehemaligen "Torfbahn" angedacht. Hiermit können auch Besucher, die nicht so gut zu Fuß sind, unter fachkundiger Führung barrierefrei das Ried erleben.

Das naturschutzfachlich abgestimmte Besucherkonzept wurde bereits den Bürgermeistern der vier "Riedgemeinden" Wilhelmsdorf, Ostrach, Riedhausen und Königseggwald sowie im Projekt begleitenden Arbeitskreis vorgestellt. Die Planung wurde bisher sehr positiv aufgenommen, nachdem viele Anwohner des Riedes Befürchtungen hatten, dass das Naturschutzgroßprojekt eine große "Käseglocke" über die Riedlandschaft stülpen und den Menschen ausschließen wolle. Das Konzept zeigt eine moderne ganzheitliche Planung und die große Chance, aus dem "Naturschatz" Pfrunger-Burgweiler Ried auch monetären Wert zu schöpfen im Sinne des "sanften Tourismus" und der naturfreundlichen Erholung für Einheimische und Besucher aus Nah und Fern. Es soll nun in den Gemeindegremien und nach weiteren Abstimmungsgesprächen auch in einer öffentlichen Informationsveranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Wir informieren Sie auf unseren Seiten weiter über die aktuellen Entwicklungen

Pia Wilhelm, Projektmitarbeiterin